Es lebe »America's Sweetheart«: die Geschichte des Mary Pickford Cocktails
Leuchtend rot, fruchtig und glamourös wie ein Filmstar – warum uns der »Mary Pickford Cocktail« in die goldene Ära Hollywoods entführt und was er wirklich mit einer der größten Schauspielerinnen aller Zeiten zu tun hat.
Der »Mary Pickford Cocktail« ist wie eine Zeitreise in die goldenen Jahre Hollywoods – glamourös, aufregend und mit einem Hauch Nostalgie. Diese leuchtend rote, fruchtige Mischung aus weißem Rum, Ananassaft, Grenadine und Maraschino wurde nach einer der größten Stummfilm-Ikonen benannt und ist bis heute ein fester Bestandteil der Barkultur. Doch wer hat ihn erfunden, und was hat er wirklich mit der legendären Schauspielerin zu tun? Zeit für eine Reise in die goldene Ära Hollywoods!
Tatsächlich erzählt dieses Getränk eine Geschichte, die eng mit dem Aufstieg einer der größten Filmstars der Stummfilmzeit verknüpft ist: Mary Pickford. Sie feierte in den 1910er und 1920er Jahren diverse große Leinwanderfolge. Mit ihrem charakteristischen blonden Lockenkopf und ihrer charmanten Leinwandpräsenz wurde sie als »America's Sweetheart« bekannt. Doch Pickford war weit mehr als nur ein nettes Gesicht – sie war eine knallharte Geschäftsfrau, Mitbegründerin von United Artists und eine der ersten weiblichen Hollywood-Mogule.
Die Wurzeln des Drinks
Die Ursprünge des Cocktails führen uns hingegen ins vibrierende Havanna der 1920er-Jahre – eine Ära des Jazz, der Prohibition und des Tanzes unter karibischer Sonne. Während die USA durch das Alkoholverbot auf trockene Zeiten zusteuerte, blühte in Kuba die Cocktailkultur wie nie zuvor. Havanna wurde zum Treffpunkt der Reichen, Berühmten und durstigen Amerikaner, die das karibische Nachtleben suchten. Hier, in den Bars der Hauptstadt, soll der »Mary Pickford« Cocktail geboren worden sein. Der Legende nach wurde das Getränk von dem berühmten Barkeeper Eddie Woelke für Mary Pickford kreiert, als diese mit ihrem Ehemann und Hollywood-Legende Douglas Fairbanks in Havanna Urlaub machte. Doch anderen Quellen zufolge war sein Bar-Kollege Fred Kaufmann aus dem 1930 eröffneten »Hotel Nacional« in Havanna der Urheber des Drinks, dessen Entstehung sich somit nicht mehr genau rekonstruieren lässt. Anders steht es um seine Rezeptur, einer verführerischen Mischung aus weißem Rum, frischem Ananassaft, einem Hauch Grenadine und einem Spritzer Maraschino-Likör. Das Ergebnis ist ein süßer, fruchtiger und mit einer faszinierenden Tiefe ausgestatteter Cocktail.
Auch heute taucht der »Mary Pickford« in gut sortierten Barkarten auf, da er im Zuge der der Renaissance der klassischen Cocktails seinen Platz im Repertoire vieler Bartender gefunden hat. Und diese verpassen ihm gern den ein oder anderen Twist, etwa ersetzen manche den weißen durch gereiften Rum für mehr Tiefe, während andere einen Spritzer Zitronensaft hinzufügen, um die Süße auszubalancieren. Eine moderne Abwandlung nutzt Himbeersirup anstelle von Grenadine, um eine intensivere Fruchtnote zu erzeugen. Ebenfalls einen Versuch wert ist die Zugabe von etwas Champagner, um für ein wenig Prickeln zu sorgen.
Der »Mary Pickford «Cocktail
Das Originalrezept aber bleibt elegant und zeitlos:
- 6 cl weißer Rum
- 4 cl frischer Ananassaft
- 1 cl Grenadine
- 1 cl Maraschino-Likör
Alle Zutaten mit Eis in einen Shaker geben, kräftig schütteln und in eine vorgekühlte Coupette oder ein Martini-Glas abseihen. Als Garnitur eignet sich eine Cocktailkirsche oder ein kleines Ananasstück.