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Europas größte Garnelen-Aufzucht meldet Insolvenz an

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Pionierprojekt in der Krise: Die Hansegarnelen AG galt als Vorreiter nachhaltiger Garnelenzucht – jetzt ist das Unternehmen aus Schleswig-Holstein insolvent.

Mit großen Ambitionen gestartet, nun am finanziellen Limit: Die Hansegarnelen AG, Betreiberin der laut eigenen Angaben größten Garnelen-Kreislaufzuchtanlage Europas, hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz im schleswig-holsteinischen Glückstadt galt als Vorreiter in der nachhaltigen Aquakultur – und steht jetzt vor einer ungewissen Zukunft.

Noch 2023 wurde Hansegarnelen vom Deutschen Innovationsinstitut als »Arbeitgeber der Zukunft« ausgezeichnet, erst zwei Jahre zuvor hatte man mehrere Millionen Euro in eine hochmoderne Zuchtanlage investiert. Die Vision: Garnelenzucht ohne Antibiotika, nahezu klimaneutral, regional produziert. Pro Jahr sollten 85 Tonnen der Warmwasser-Krustentiere in Glückstadt heranwachsen.

Eine »unerwartete Finanzierungslücke«

Doch nun ist der Traum von der nachhaltigen Meeresdelikatesse in Norddeutschland ins Wanken geraten. Laut dem Unternehmen sei eine »unerwartete Finanzierungslücke« der Auslöser für den Insolvenzantrag vom 30. Juni gewesen. Ziel sei es nun, mithilfe eines gerichtlichen Sanierungsverfahrens den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Der vorläufige Insolvenzverwalter wurde vom Amtsgericht Itzehoe eingesetzt.

Trotz der finanziellen Schieflage läuft die Produktion an den Standorten Glückstadt, Grevesmühlen und Gronau vorerst weiter. Auch die Gehälter der rund 22 Mitarbeitenden sind laut Unternehmensangaben über das Insolvenzgeld abgesichert.

Vorstandsvorsitzender Rupert Baur äußerte sich in einer Pressemitteilung kämpferisch: Die Sanierung sei notwendig, um »dem Unternehmen eine stabile Perspektive zu geben«. Hansegarnelen sieht sich weiterhin als Vorreiter in Sachen Qualität und Nachhaltigkeit.


 

Redaktion
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