Fast 40 Prozent mehr Marillen als im Vorjahr in Österreich
Nach Jahren voller Frostschäden tragen die Marillenbäume in Niederösterreich heuer wieder reichlich Früchte. Besonders in der Wachau startet jetzt die Erntesaison – mit bis zu 40 Prozent mehr Ertrag.
Nach mehreren Jahren mit frostbedingten Ernteausfällen dürfen sich Marillenfans in diesem Sommer endlich wieder auf reiche Erträge freuen. Besonders in Niederösterreich – dem Zentrum des österreichischen Marillenanbaus – hängen die Bäume heuer voller goldgelber Früchte. Erstmals seit 2019 verläuft die Ernte nahezu ohne witterungsbedingte Schäden.
Hochsaison in der Wachau ab Mitte Juli
Während im Weinviertel die Ernte bereits in vollem Gange ist, startet die Hochsaison in der Wachau etwas später. »Unsere Mitglieder ernten seit drei Tagen. Ab dem Wochenende werden auch die Verkaufsstände in Betrieb sein, allerdings noch nicht im Vollbetrieb«, erklärt Franz Schöberl, Obmann des Vereins »Original Wachauer Marille«. In den nächsten drei Wochen rechnet man in der Wachau mit dem Höhepunkt der Erntesaison – und mit einer Marillenernte, die um 30 bis 40 Prozent über dem Niveau der frostgeplagten Vorjahre liegen dürfte.
Was macht dieses Jahr so besonders?
Laut Schöberl war es eine Kombination mehrerer positiver Faktoren: »Bereits der Herbst des Vorjahres brachte ergiebige Niederschläge, was sich günstig auf die Ausbildung der Blütenknospen ausgewirkt hat. Das Blühwetter war heuer zwar nicht ganz unproblematisch, insgesamt aber günstig – und auch die Wasserversorgung der Bäume ist 2025 bislang sehr gut.«
In der Wachau setzt man vor allem auf die Sorte »Ungarische Beste«. Sie zeichnet sich durch ihren aromatischen, süß-säuerlichen Geschmack und ihre Saftigkeit aus. »Unsere Sorten eignen sich besonders gut für den raschen Frischverzehr oder die sofortige Verarbeitung. Eine Lagerung ist hingegen kaum möglich«, so Schöberl. Deshalb wird der Großteil der Früchte direkt ab Hof oder Garten verkauft.
Marillenanbau in Zeiten des Klimawandels
Doch trotz der diesjährigen Freude über eine reiche Ernte bleiben Herausforderungen. Der Klimawandel mit seinen zunehmend unvorhersehbaren Wetterlagen macht den Obstbauern zu schaffen. Spätfröste und Trockenperioden könnten auch künftig zu Ertragsausfällen führen. In der Wachau setzt man daher gezielt auf spät blühende Sorten, die widerstandsfähiger gegen Frost sind. »Solche Wetterkapriolen gab es auch früher schon, wenn auch vielleicht nicht so regelmäßig. Unsere Vorfahren hatten noch keine technischen Mittel, aber ein tiefes Wissen um die Natur. Dieses Wissen weiterzutragen und unsere Sorten zu bewahren, ist unsere Aufgabe und unser Stolz«, betont Schöberl.