Gepanschter Honig: Worauf Sie beim Einkaufen achten sollten
Diesen Honig will man nicht ums Maul geschmiert bekommen: Drei Viertel der Honigproben aus österreichischen Supermärkten sind laut einem neuen DNA–Test gefälscht. Wir verraten Ihnen, wie Sie sicherstellen können, authentischen Honig zu kaufen.
Nachdem bereits vor einigen Monaten bekannt geworden ist, dass gestreckter Honig in deutschen Supermärkten zu finden war, ist nun auch in Österreich der Bär los. Eine Untersuchung der »ORF konkret« Redaktion ergab, dass drei Viertel ihrer untersuchten Proben Zuckersirup enthalten und somit nicht als Honig vermarktet werden dürften. Überprüft wurde dies mithilfe von DNA–Analysen in zwei Laboren. Die beanstandeten Proben haben ihren Ursprung außerhalb Österreichs und dürften scheinbar preiswert – mit unter acht Euro pro halbem Kilo – zum Verkauf angeboten worden sein.
Obwohl bereits seit Jahren bekannt war, dass Honig eines der am meisten gefälschten Produkte im Lebensmittelhandel ist, zeigt sich Landesrat Stefan Kaineder, zuständig für Konsument:innenschutz, entsetzt. Er fordere verstärkte Eigenkontrollen vom Lebensmittelhandel und appelliert an Verbraucher:innen Naturprodukte österreichischer Herkunft zu kaufen. Auch Reinhard Hetzenauer, Präsident der Biene Österreich, fordert strengere Kontrollen von Handelsbetrieben. Die Anwendung der DNA–Methode sei ein wichtiger Schritt zur Absicherung der Produktqualität, jedoch sollten österreichische Betriebe nicht auf Vorgaben aus Brüssel warten, sondern auf Selbstkontrolle setzen.
Erstes Lebensmittelgeschäft handelt
»SPAR« reagierte prompt und ordnete eine ausgiebige Überprüfung ihrer Honig–Produkte an – sowohl der importierten als auch der regional hergestellten. Die insgesamt sieben nicht österreichischen Honige wurden bis zum Eintreffen der Ergebnisse aus dem Sortiment genommen. Dem Vorstand Markus Kaser ist wichtig, sich für die heimischen Imker:innen einzusetzen und will den Konsument:innen echten Honig garantieren. Um dies sicherzustellen sind die Erzeuger:innen dazu verpflichtet keinen anderen Honig als ihren eigenen zu verwenden. Auch die Markenartikel–Hersteller müssen eine schriftliche Garantie vorweisen, dass es sich um reinen Honig handelt.
Österreichischer Honig für Konsument:innen unbedenklich
Wie aus einer Untersuchung der AGES herausgeht, ist österreichischer Honig nicht von der Fälschung betroffen. Von den 76 untersuchten Proben mit der Angabe »Herkunftsland Österreich«, war keine einzige hinsichtlich ihrer Authentizität zu beanstanden. Jedoch wurden zehn Proben aufgrund von Kennzeichnungsmängeln beanstandet.
Tipps für echten Honig: Darauf sollten Sie beim Einkaufen achten
- Auf dem Etikett sollte »Herkunftsland Österreich« stehen. Die bloße »Abfüllung in Österreich« gewährleistet nicht, dass kein Zuckersirup beigesetzt ist
- Kaufen Sie Ihren Honig ab Hof bei einem heimischen Imkerbetrieb
- Achtung beim Preis: Ein günstiger Preis unter 8 Euro pro halbem Kilo ist verdächtig
- Rot-weiß-rote Fähnchen oder andere Symbole sagen nichts über die tatsächliche Herkunft aus. Überprüfen Sie nochmals das Herkunftsland, bevor Sie zu dem Produkt greifen