Kommt nach dem Carbonara-Pakt Italiens jetzt der Schnitzel-Pakt für Österreich?
Anlässlich des Heiligen Jahres wird in Italien aktuell über eine Preisobergrenze für traditionelle italienische Gerichte diskutiert. Macht so eine Preisdeckelung auch in Österreich Sinn?
In Italien sorgt der sogenannte »Carbonara-Pakt« derzeit für Schlagzeilen. Die Idee: Anlässlich des Heiligen Jahres 2025 soll in Rom ein Höchstpreis von zwölf Euro für traditionelle römische Gerichte wie zum Beispiel Spaghetti Carbonara, Pasta all’Amatriciana oder Cacio e Pepe eingeführt werden. Damit sollen Tourist:innen vor überzogenen Preisen geschützt und das Ansehen der Stadt bewahrt werden. Doch könnte ein ähnliches Modell auch in Österreich Anwendung finden – etwa für österreichische Klassiker wie das Wiener Schnitzel?
Was steckt hinter dem »Carbonara-Pakt«?
Das Heilige Jahr, das nur alle 25 Jahre stattfindet, zieht Millionen Pilger:innen nach Rom. Für 2025 werden über 30 Millionen Besucher:innen erwartet. Mit der steigenden Nachfrage nach Hotelbetten und Restaurantplätzen steigen auch die Preise. Um Preisspekulationen in der Gastronomie zu verhindern, hat die Initiative »Patto della Carbonara« einen Preisdeckel vorgeschlagen. Restaurants, die sich freiwillig beteiligen, sollen durch ein Logo oder einen Aufkleber erkennbar sein. Während der Plan vielerorts auf Zustimmung stößt, gibt es auch kritische Stimmen: Gastronomen verweisen auf steigende Rohstoff- und Energiekosten, die höhere Preise ebenfalls rechtfertigen könnten.
Ein Preisdeckel fürs Wiener Schnitzel?
Besonders in Hotspots wie Wien steigen die Preise für das Wiener Schnitzel immer wieder in astronomische Höhen. In manchen Restaurants werden inzwischen Preise von über 30 Euro für die panierte Spezialität verlangt. Doch was, wenn auch hier eine Obergrenze eingeführt würde? Könnte ein »Schnitzel-Pakt« mit einem festgelegten Höchstpreis helfen, Tourist:innen und Einheimische vor überhöhten Preisen zu schützen? Oder würde dies den ohnehin stark belasteten Gastronomen zusätzliche Schwierigkeiten bereiten?
Peter Dobcak, Fachgruppenobmann der Gastronomie der Wirtschaftskammer Wien, findet zwar die Idee nachvollziehbar, sieht eine Preisdeckelung aber kritisch, wie er im Gespräch mit Falstaff verrät. Angesichts steigender Betriebskosten – von Personal über Energie bis hin zum Wareneinsatz – wären solche Obergrenzen für viele Gastronom:innen nicht tragbar. Schließlich spielen nicht nur Touristenströme, sondern auch steigende Betriebskosten und Inflationsraten eine Rolle bei der Preisgestaltung. »Und im Endeffekt kann immer noch der Gast selbst entscheiden, wo er einkehren möchte«, so Dobcak.
Ob ein »Schnitzel-Pakt« in Österreich je zur Debatte stehen wird, bleibt offen. »Das heilige Jahr ist nunmal auch in Rom und nicht hier bei uns in Österreich«, schließt Dobcak.
Nichts mehr verpassen!
Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.