Michael Buchinger veröffentlicht sein erstes Kochbuch
Mit seinem typischen Schmäh und einem Augenzwinkern lädt er seine Leser:innen ein, das Kochen als eine entspannte und humorvolle Tätigkeit zu betrachten – frei nach dem Motto: »Kochen kann jeder, es muss nur schmecken.«
Der österreichische Entertainer, Comedian und Influencer Michael Buchinger hat sein erstes Kochbuch veröffentlicht, das sich als erfrischend unkonventionell präsentiert. Bekannt für seine humorvollen YouTube-Videos und seinen einzigartigen Stil, bringt der gebürtige Burgenländer mit »Buchingers Kochbuch« eine humorvolle und authentische Perspektive in die Welt der Kochbücher.
Buchinger beschreibt das Buch selbst als eine Mischung aus persönlichen Anekdoten und 60 Rezepten, die zwar gelingen, aber nicht immer perfekt aussehen müssen. »Kochen ist für mich nicht nur lebensnotwendig, sondern auch eine Möglichkeit, Kontrolle zu behalten – auch wenn es manchmal chaotisch wird«, erklärt Buchinger im Interview mit Falstaff. Seine Kreationen wie »Chips-Toast« und »Cauliflower-Rice« sind dabei nur einige Beispiele für die unkonventionelle Herangehensweise des Autors.
In »Buchingers Kochbuch« bricht Buchinger bewusst mit dem Perfektionismus, den viele andere Kochbücher propagieren. Er stellt fest: »Ich wollte den Leser:innen zeigen, dass es okay ist, wenn beim Kochen nicht alles glatt läuft – Hauptsache, es schmeckt am Ende.«
Falstaff: Wie kam es denn zu deinem Kochbuch?
Michael Buchinger: Im Alter von 15 Jahren wollte ich lustige YouTube-Videos machen, und das habe ich tatsächlich sofort umgesetzt. Und eines meiner ersten Videos war auch ein Kochvideo, wo ich einen Chips-Toast zubereite. Das war ein bisschen mit Augenzwinkern gemeint. Und nun bin ich nach wie vor Influencer, bin sehr viel auf den Kabarettbühnen Österreichs und Deutschlands unterwegs. Und nun ist mein neues Projekt mein Kochbuch, »Buchingers Kochbuch«. Das Kochbuch ist mein fünftes Buch und ich habe schon das Gefühl, die Leute mögen mich aufgrund meines Humors, aber manchmal schwingt auch der Lifestyle Aspekt mit. Ich bin der Kochszene auch nicht ganz so weit entfernt, aber ich werde nichts forcieren.
Schließlich war ich 2022 am Austrian Foodblog Award. Da habe ich Stephanie Brandstätter kennengelernt und wir haben ganz nett geplaudert. Ich glaube, sie wusste nicht ganz, wer ich bin. Ich wusste nicht ganz, wer sie ist, aber es war eine schöne Begegnung. Und ein Jahr später hat sie mich gefragt, ob ich nicht mal ein Kochbuch mache. Zwei Jahre später war es dann soweit und ich bin froh. Und das Kochbuch war sehr kollaborativ, im Vergleich zu meinen anderen Büchern, wo ich mich meist wo zurückgezogen habe, um zu schreiben.
Falstaff: Wie hat sich das Kochen seit deinem ersten Youtube-Erfolg für dich verändert?
Michael Buchinger: Ich kann nicht von mir behaupten, so wie meist in den Kochsendungen, dass ich mich motiviert in die Küche stellen kann nach einem stressigen Tag. Das beschreibt auch der Untertitel des Kochbuchs. Wenn ich in der Früh aufstehe und nur koche und sonst nichts zu tun habe, dann ist es ganz entspannend, aber im hektischen Alltag stresst es mich meistens. Nichtsdestotrotz versuche mir die Freude daran nicht nehmen zu lassen. Die Sache ist nur, es schaut bei mir nicht aus, wie auf Instagram. Es darf nicht zu perfekt ausschauen. Das beschreibt mich nämlich auch ganz gut beim Kochen. Mir fallen Eierschalen in den Kuchen und hier und da fängt was zum Brennen an, aber das müssen ja die Gäste nicht wissen, solange es im Endeffekt schmeckt. Und wenn jemand eine Eierschale findet, dann weiß er wenigstens, dass es hausgemacht ist und nicht aus dem Supermarkt.
Falstaff: Was bedeutet Kochen für dich?
Michael Buchinger: Kochen ist für mich schon etwas Lebensnotwendiges. Ich hatte auch meine Phasen, wo ich wirklich zweimal am Tag beim Essenslieferservice bestellt habe. Klar, es geht auch ins Geld, wenn man immer auswärts isst oder etwas bestellt. Und mir ist es immer wichtiger geworden, zu wissen, woher die Lebensmittel kommen, die ich beim Kochen verwende. Wenn mir irgendein Gewürz nicht schmeckt, verwende ich es nicht. Ich verwende stattdessen etwas anderes und das finde ich schon sehr gut. Das Kochbuch hat keine besonders eindeutige Richtung, es sind nicht nur Fitnessrezepte oder nur Comfort food. Der gemeinsame Nenner ist, dass ich versuche mit dieser Perfektion zu brechen. Und ich möchte, dass sich die Leser:innen weniger schlecht fühlen, wenn etwas mal nicht gut aussieht.
Ich finde es aber super, wenn das jemand kann. Ich finde es toll, dass wir Koch-Ikonen haben, diese Sterne am Kochbuchhimmel. Aber ich sehe mich dann schon so ein bisschen als Gegenpol dazu. Ich bin manchmal wie die Bridget Jones. Ich versuche die Dinge genauso zu machen machen, nur im Endeffekt wird meine Suppe dann blau und halt einfach nicht so schön, aber trotzdem genießbar.
Falstaff: Was sind denn deine Tipps für Kochanfänger?
Michael Buchinger: Ich halte mich nicht oft an meine Tipps, aber ich starte mal so, dass ich alle Zutaten vorher zumindest abwiege, vorbereite und dann fange ich erst mit dem Kochen an. Es ist ja ganz klassisch immer der Nummer Eins Tipp, dass man sich ein Rezept ganz genau durchliest und dann erst anfängt zu kochen. Und ich finde, man darf nicht vergessen, es geht im Endeffekt um nichts. Wenn etwas anbrennt, dann habe ich heute ein paar Euro verschwendet. Um die Lebensmittel ist es natürlich schade, vielleicht kann man versuchen, die übrigen noch zu retten, ansonsten versucht man es ganz einfach nochmal.
Falstaff: Warum gerade Gerichte mit Chips? Was ist die Geschichte dazu?
Michael Buchinger: Warum gerade Chips? Das Ganze ist angelehnt an mein erstes Kochvideo, wo ich einen Chipstoast zubereitet habe. Damals war ich 16. Ich glaube, ich wollte einfach mal etwas Unkonventionelles probieren. Beim Brainstorming mit dem Verlag hieß es, es sollte vielmehr Chips-Rezepte im Kochbuch geben. Ich habe zum Beispiel früher oft Mac and Cheese zubereitet und da haben als Topping Panko Flocken gut funktioniert und da dachte ich mir, dass man die Pankoflocken einfach mit Chips ersetzen kann.
Ich schaue auch ganz gern diese Kochserie The Bear und da gibt es in einer Folge der zweiten Staffel eine Szene, wo eine Nebenfigur ein Omelette mit Chips zubereitet. Das kommt dann auch im Kochbuch vor mit Verweis auf die Serie.
Falstaff: Wie bist du zu deinen Rezepten gekommen?
Michael Buchinger: Einerseits sind das Fundament ein paar Familienrezepte. Und andererseits inspiriert mich mein Freund Dominik sehr, mit dem ich seit 11 Jahren zusammen bin. Er kocht sehr gut und ganz gerne. Zum Beispiel schaut er in den Kühlschrank, kann sofort etwas herzaubern, ohne Rezept. Diese Intuition hätte ich gerne. Zwei oder drei Rezepte aus dem Buch sind von ihm und wir haben gemeinsam über die Jahre Rezepte gemeinsam kreiert. Meist ist es so, dass wir in einem Kochbuch oder in einer Kochsendung ein Gericht gesehen und uns gedacht haben, sowas könnten wir machen. Aber wenn ich zum Beispiel keine Kichererbsen mag, nehmen wir stattdessen Linsen und so sind dann Rezepte entstanden.
Falstaff: Am Projekt haben sich auch viele aus deinem Umfeld beteiligt, oder?
Michael Buchinger: Das ist ja das Spannende. Es haben so viele mitgewirkt, dass ich mich komplett auf den reinen Text konzentrieren konnte. Mit den Fotos habe ich zum Beispiel persönlich nichts zu tun, außer dass ich ein paar mal drauf bin, aber ob diese gut werden oder nicht, ist die Aufgabe des Fotografen. Und dann haben wir eine sehr talentierte Grafikerin. Diese Zusammenarbeit an einem Buch kannte ich bisher so gar nicht, das war mal wirklich sehr erfrischend und super kollaborativ.
Falstaff: Es gibt auch ein Fitnessrezept-Kapitel, obwohl du deutlich machst, dass Sport früher nicht wirklich Teil deines Lebens war.
Michael Buchinger: Ich bin ja auch nur ein Millennial. Ich bin viel auf Instagram und irgendwann hat das schon was mit mir gemacht, dass ich das Gefühl hatte, alle sind so durchtrainiert, alle machen ständig Sport, ernähren sich gesund und dann dachte ich mir, ich versuche jetzt die Freude am Sport zu finden. Schließlich habe ich das Laufen für mich entdeckt und intensiviert und irgendwann habe ich angefangen, Gewichte zu heben und ein bisschen auf meine Ernährung zu achten. Und ich bin der Meinung, gesunde Ernährung muss nicht immer ungut schmecken. Für mich muss es trotzdem ein Genuss sein. Ich schaue, dass ich irgendwie spielerisch auf meine Makronährstoffe komme und dass es gut schmeckt. Und auf die paar Rezepte in meinem Buch im Fitnesskapitel greife ich zurück. Und wenn es wirklich nicht reicht, dann nehme ich Proteinpulver.
Falstaff: Welches Rezept aus dem Buch kochst du am öftesten?
Michael Buchinger: Ich mag meine Pasta à la Vodka. Ich weiß, viele Leute mögen das nicht, aber Pasta ist sowas Einfaches, wenn man es einfach richtig zubereitet und die Nudeln wirklich al dente sind und hochqualitative Tomaten verwendet werden, dann hat das definitiv Gourmet-Niveau.
Falstaff: Was würdest du sagen, braucht es, um ein Kochbuch zu schreiben?
Michael Buchinger: Man muss ein Genussmensch sein. Und anders als sonst, habe ich versucht, mich in eine Art Lehrerposition zu begeben. Es braucht auch viel persönliche Unterstützung, und umso mehr Feedback. Ich habe die Rezepte meinen Freunden, meinen Freundinnen und meiner Familie gegeben und gefragt, ob alles verständlich ist, ob man es einfach nachkochen kann. Und das war der kollaborative Prozess. Man muss auch offen dafür sein, mit Kritik umgehen zu können. Das war früher ein schwieriges Thema für mich. Ich glaube alleine ein Kochbuch zu schreiben, ohne ein zweites Paar Augen, ist ganz schön schwer.
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