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© Shutterstock (Symbolbild)

Mikroplastik im Essen? Forschende entwickeln plastikähnlichen Ersatz aus Pflanzen

Wissenschaft
Umweltschutz
Lebensmittel

Mikroplastik findet sich inzwischen auch in Lebensmitteln. Ein japanisches Forschungsteam hat einen neuen Kunststoff entwickelt, der sich innerhalb weniger Stunden vollständig im Meer auflösen soll. So sollen Verpackungen sauberer werden.

Mikroplastik entwickelt sich zunehmend zu einem ernsten Problem. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen gelangten 2020 schätzungsweise 2,7 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt – und Prognosen zufolge könnte sich diese Menge bis 2040 sogar noch verdoppeln. Die winzigen Plastikpartikel sind mittlerweile überall.

Während einige Wissenschaftler:innen noch untersuchen, welche gesundheitlichen Folgen diese Belastung wirklich hat, forschen andere bereits an Lösungen. Dazu gehört ein Team aus Japan, das eigenen Angaben zufolge ein völlig neues Material entwickelt hat. Dieses könnte künftig manche herkömmlichen Kunststoffe ersetzen – und das idealerweise ganz ohne die Entstehung von Mikroplastik.

Robust und schnell abbaubar

Ende 2025 berichtete das Online-Portal Food and Wine, dass ein Forschungsteam des »RIKEN Center for Emergent Matter Science« (CEMS) unter der Leitung von Takuzo Aida seine Ergebnisse im Journal of the American Chemical Society veröffentlicht hat. Aus Transparenzgründen betonten die Forscher:innen jedoch, dass Kunststoffe, die als »biologisch abbaubar« gelten, an sich keine Neuerung darstellen und auch ihre Entwicklung technisch gesehen keine völlig neue Erfindung ist. Zellulosebasierte Kunststoffe gibt es bereits seit einiger Zeit, sie werden jedoch meist mit Zusatzstoffen kombiniert, die nur unter bestimmten industriellen Bedingungen – etwa bei hoher Hitze oder in Kompostieranlagen – vollständig abgebaut werden.

Der entscheidende Unterschied

Genau an diesem Problem setzte das japanische Team an: Statt herkömmliche Kunststoffe zu verwenden, entwickelten sie ein Material, das bei Kontakt mit Salzwasser nahezu sofort zerfällt. Dafür konzentrierten sie sich auf eine entscheidende chemische Bindung, die sich im Meerwasser löst, sodass der Kunststoff verschwindet, bevor er zerfällt. Darüber hinaus stellt ihr Ansatz eine deutliche Verbesserung gegenüber früheren Versuchen dar: Das neue Material enthält Carboxymethylcellulose, einen pflanzlichen Stoff, der bereits von der amerikanischen FDA-Behörde zugelassen ist und in Lebensmitteln wie Eiscreme häufig als Verdickungsmittel eingesetzt wird.

In ihren Ergebnissen weisen die Forscher:innen darauf hin, dass dieses neue Material zwar nicht über Nacht alle Kunststoffe ersetzen wird, aber dennoch einen großen Schritt zur Verbesserung des Planeten darstellt, ohne dass die Menschen dafür große Abstriche bei ihrem Komfort machen müssen. Bevor der neue Kunststoff tatsächlich eingesetzt wird, sind vermutlich noch weitere Optimierungen und Tests nötig. Trotzdem könnte er schon jetzt ein vielversprechender Ansatz zur Lösung des Mikroplastik-Problems sein.


 

Redaktion
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