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Der französische Koch Alain Ducasse (im Anzug) ist eine Ikone in der Gourmet-Welt.

Der französische Koch Alain Ducasse (im Anzug) ist eine Ikone in der Gourmet-Welt.
© Fabrice Gallina

Udine, Nabel der Kulinarik-Welt

Fine Dining
Italien

Fünf Tage lang, vom 15.-20. Oktober, wurde Udine im Friaul zum Nabel der Kulinarik-Welt. Vier Abende wurde in verschiedenen Restaurants und Trottorien groß aufgekocht: über 100 Spitzenköche aus aller Welt lieferten eine Kostprobe ihres Könnens.

Der Auftakt hätte grandioser nicht sein können: sechs herausragende Köche trafen sich im Le Fucine in Buttrio nahe Udine, um ihren großen Meister zu ehren: Alain Ducasse. Sechs Köche die zusammen 15 Michelin-Sterne repräsentieren, wenn man die grünen Sterne hinzuzählt, kommt man sogar auf 17: die Franzosen Emanuel Pilon (Le Louis XV, Monte Carolo), Jean-Philippe Blondet (Alain Ducasse at The Dorchester, London), Amaury Bouhours (Le Meurice Alain Ducasse, Paris) und die Italiener Massimo Bottura (Osteria Francescana, Modena), Gennaro Esposito (Torre del Saracino, Vico Equense) und Davide Oldani (D’O, Mailand). Und auch der Meister selbst, Alain Ducasse war ins Friaul gekommen und nahm die Ehrung würdig entgegen.

An den nächsten Abenden ging das Feuerwerk an kulinarischen Meisterleitungen weiter. Lieber »Fiamme di Mondo« mit Ana Ros aus Slowenien, Quique Dacosta aus Spanien, Guido Tassi aus Argentinien sowie Corrado Assenza und Sarah Cicolini aus Italien, oder vielleicht doch lieber ein Dialog der beiden 3-Sterne-Köche Massimiliano Alajmo aus Italien und Himanshu Saini vom Trésind Studio in Dubai? Die Entscheidung fiel tatsächlich schwer. Am liebsten hätte man ausgerufen: „Ja, ich will alle“. Das wäre aber ein Ding der Unmöglichkeit, denn 50 Dinners sind an 4 Tagen einfach nicht zu schaffen.

Die meisten der Köche kamen klarerweise aus Italien, aber auch aus Spanien, Portugal, aus Belgien und Dänemark, aus Südafrika, Japan, Kanada, Chile der Türkei und Malaysia waren sie gekommen – einzig Köche aus dem deutschsprachigen Raum waren keine zugegen. Strippenzieher hinter dem gesamten Festival ist der Touristiker Claudio Tognoni. „Was vor 26 Jahren als kleines Gourmet-Festival in Tarvis begann“, erklärt er stolz, „ist mit der Übersiedlung nach Udine nun richtig erwachsen geworden.“ Ihm zur Seite steht Paolo Vizzari, der mit den Köchen auf der ganzen Welt bestens vernetzt ist. Alle Abende waren bis auf wenige Restplätze ausgebucht. Unter den Gästen Gourmets aus nah und fern, viele aus dem Friaul, viele aus dem Raum Mailand, aber auch Gäste aus dem Ausland mischen sich unters Publikum. „Wer einmal hier gewesen ist, will immer wieder kommen“, so Claudio Tognoni.

Umrahmt wurde das Gastro-Festival von vielen Verkostungen, von Weinen ebenso wie von Lebensmitteln. Und Samstag und Sonntag gab es dieses Jahr zum ersten Mal auch eine große Weinpräsentation von Weißen aus dem Friaul in den Gassen der Altstadt von Udine. Im nächsten Jahr, so verrät Claudio Tognoni, soll diese Sektion auf Weißweine aus der ganzen Welt erweitert werden. Vielleicht sind da dann ja auch Köche aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz mit dabei, denn die müssen sich hier keinesfalls verstecken. Gourmets und Liebhaber feiner Weißweine sollten sich für nächstes Jahr jedenfalls das dritte Oktober-Wochenende schon mal vormerken!


Othmar Kiem
Othmar Kiem
Direktor Falstaff Italien
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