Die Wiener »Vollpension« hat ihre Crowdinvesting-Kampagne für neue Standorte in Graz und Salzburg erfolgreich abgeschlossen. Mehr als 190 Personen investierten über 400.000 Euro und übertrafen damit das Ziel von 200.000 Euro pro Stadt. 60 Prozent der Investor:innen sind Frauen – und sie tragen auch 60 Prozent des Kapitals.
Dass sie trotz struktureller Benachteiligung investieren, überrascht. Frauen verdienen laut Eurostat 2023 im Schnitt 18,3 Prozent weniger als Männer. Jede fünfte Frau über 65 gilt als armutsgefährdet, laut Arbeiterkammer besitzen Frauen rund ein Viertel weniger Vermögen. »Gerade Frauen entscheiden sich für soziale Wirkung statt Rendite«, sagt »Vollpension«-Mitgründer Moriz Piffl-Percevic.
Beschäftigung der Senior:innen
Die Zahlen zur Pension zeigen ebenfalls klare Unterschiede: Frauen beziehen durchschnittlich 1.527 Euro brutto, Männer 2.535 Euro. »Viele Senior:innen können von ihrer Pension kaum leben. Das ist ein systemischer Fehler«, sagt Karin Hermann-Arnold, Obfrau des Vereins »Vollpension«.
Die »Vollpension« beschäftigt rund 50 Senior:innen, die durch ihren Zuverdienst finanzielle Sicherheit und soziale Teilhabe bekommen. In zehn Jahren kamen so mehr als zwei Millionen Euro zusammen.