»Vollpension« schmiedet Expansionspläne
Das Wiener Generationencafé möchte mit einer Crowdinvesting-Kampagne den Schritt nach Graz und Salzburg wagen.
Zehn Jahre »Vollpension«: Das Wiener Generationencafé feierte sein Jubiläum mit zwei Pop-ups in Graz und Salzburg – diese kamen so gut an, dass nun Pläne geschmiedet werden, in die Städte zu expandieren. Das Interesse war groß: In kurzer Zeit wurden mehr als tausend Gäste bewirtet und durch den Vorverkauf von Gutscheinen konnten jeweils »500 Stammgäste der Zukunft« gewonnen werden.
Mit einer Crowdinvesting-Kampagne möchte das das Vollpension-Team nun weitere Unterstützer finden und die Expansion ermöglichen. Ab tausend Euro ist man dabei: »Die Eröffnung eines neuen Cafés kostet einen Batzen Geld. Deshalb suchen wir Menschen, die unsere soziale Wirkung unterstützen und sie mit uns in die Bundesländer zu bringen«, erklärt Vollpension-Mitgründer Moriz Piffl-Percevic. Jede Person, die die Vollpension unterstützt, bekommt vier Prozent Naturalbonus, der in den Cafés eingelöst werden kann, sowie eine erfolgsabhängige Geldverzinsung. Ziel ist es, 200.000 Euro pro Stadt aufzustellen.
Die Expansion soll auch eine Chance für die Omas und Opas in den Bundesländern sein, denn »in den vergangenen zehn Jahren konnten wir mehr als zwei Millionen Euro Zuverdienst für Großeltern mit kleiner Pension erwirtschaften«, sagt Piffl-Percevic. Außerdem wurden jährlich mehr als 600.000 Euro an Lohnnebenkosten an die öffentliche Hand abgeführt.
»Die Arbeit in der Vollpension ist für mich ein Lebensquell der Freude«, sagt die 80-jährige Marianne, die seit mittlerweile zehn Jahren bei der Vollpension dabei ist. Die Mitarbeit dort ist durchaus nicht unpolitisch: »Als Single mit kleiner Pension spürt man die Teuerungswelle nochmal stärker – da kann ein kleiner Zuverdienst einen großen Unterschied machen«, so Marianne. Damit spielt sie unter anderem auch auf die Einsamkeit im Alter an.
Altersarmut ist weiblich
Jede fünfte Frau ab 65 ist von Altersarmut betroffen, die unweigerlich auch zu Kontaktarmut führt. »Wenn von der Pension nach Abzug der Fixkosten nur ein kleiner Betrag übrig bleibt, wirkt sich das auf das gesellschaftliche Leben aus. Etwa wenn die Freundinnen ins Theater gehen wollen«, erklären Marianne und Piffl-Percevic. Weiters haben Studien ergeben, dass Einsamkeit im Alter oftmals ungesünder ist als Rauchen oder Alkoholkonsum.
Kulinarisch möchte man der bekannten Vollpension-Linie treu bleiben: Es soll wie bei der Oma schmecken. Die Mehlspeisen werden nach den Originalrezepten der Omas und Opas gebacken, das Angebot variiert täglich. Nur die Sachertorte, die gibt es laut Marianne immer. Standorttechnisch sieht sich das Team nach Lokalen in zentraler Lage um.
Mehr über die Crowdinvesting-Kampagne gibt es hier: vollpension.wien/krautinvesting
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