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© Laura Schröder/VERKEHRSBUERO

Wiener »Café Central« schließt wegen Generalsanierung

Wien
Kaffeehaus
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Mit dem 16. März 2026 schließt das »Café Central« in der Wiener Herrengasse für eine Rundum-Erneuerung. Im Herbst will man bereits wieder Gäste empfangen.

Googelt man das Wiener Kaffeehaus »Café Central«, erscheint bereits ein rot hinterlegtes »Vorübergehend geschlossen« unter dem Namen. Bis in den Herbst hinein ist das Kaffeehaus wegen Sanierungsarbeiten zu.

»Mit der Renovierung des Café Central investieren wir in Qualität und Substanz und sichern damit den langfristigen Betrieb eines der bedeutendsten Traditionshäuser Europas«, so Martin Winkler, der Teil des »Verkehrsbüro«-Vorstandes ist. Im Zuge einer Pressekonferenz erklärt er weiter, dass das Ziel des Umbaus sei, dass sich für die Gäste danach möglichst wenig ändern solle, denn das »Café Central ist ein Stück gelebter österreichischer Identität. Im Rahmen der Sanierung bewahren wir das einzigartige Wiener Kaffeehausflair als Teil des immateriellen UNESCO-Kulturerbes und führen es zugleich in die Zukunft.«

Die letzte große Renovierung des »Café Central« und des »Palais Ferstel« fand in mehreren Etappen zwischen den Jahren 1978 und 1986 statt. So umfasst die anstehende Sanierung eine vollständige Erneuerung der Gebäudetechnik – von Heizung, Klima, Lüftung und Sanitär über Elektrotechnik bis hin zu brandschutzrelevanten Maßnahmen. Auch die Produktions- und Küchenbereiche werden erneuert.

 

Für das Team des »Central« ist die Ruhe im leeren Kaffeehaus eine »ungewohnte Situation«, sagt Peter Klein vom für die Umbauarbeiten beauftragten Architekturbüro. 135 Mitarbeiter:innen, darunter 17 Lehrlinge, sollen in anderen Betrieben des Unternehmens untergebracht werden. Die Patisserie wird während der Umbauarbeiten weiterarbeiten.

Geschätztes Ambiente

Geschäftsführer Kay Fröhlich liegt die historische Patina des Cafés am Herzen. Der Umbau findet ganz im Einklang mit den Anforderungen des Denkmalschutzes statt: »Wir sichern die historische Identität des Gebäudes und realisieren zugleich eine umfassende technische Modernisierung im denkmalgeschützten Bestand. Das Café Central wird auch künftig genau jenes Ambiente bieten, das unsere Gäste aus aller Welt so schätzen.« Architekt Klein stimmt ihm zu: »Eine gute Sanierung erkennt man daran, dass man davon möglichst wenig bemerkt – die Patina soll so gut wie möglich erhalten bleiben.«

 

Zahlen und Fakten


40 Prozent mehr Raum für Kulinarik: Die Hauptküche wird auf rund 300 Quadratmeter Produktionsfläche erneuert und die Küche der Patisserie um rund 100 Quadratmeter vergrößert.

80 Prozent mehr Frischluft in der Küche: Die Luftmenge wird nahezu verdoppelt, für verbesserte Arbeitsplatzqualität und Produktionsbedingungen. Pro Stunde wird damit künftig ein Luftvolumen bewegt, das dem Inhalt von mehreren Einfamilienhäusern entspricht.

80 Kubikmeter Erde unter dem Gebäude bewegt: Damit die neue Lüftung möglich wird, werden unter der Bodenplatte zusätzliche Kollektoren installiert. Dafür werden rund 80 Kubikmeter Erdreich ausgehoben. Das entspricht etwa acht voll beladenen Lkw-Ladungen.

350 Kubikmeter Rückbau im Bestand: Insgesamt werden rund Kubikmeter Installationen sowie 100 Kubikmeter Betonfliesen und Estriche rückgebaut und fachgerecht abtransportiert. 800 Quadratmeter neue Verfliesung wird verlegt, das entspricht in etwa der Fläche von vier Tennisplätzen an Boden- und Wandgestaltung.

20 Prozent weniger Schallbelastung: Modernste Technik reduziert die Geräuschentwicklung der Anlagen für Anrainer:innen deutlich.

Fernkälte: Kühl, klimafreundlich und bereit für die Zukunft – durch den Anschluss an das Fernkältenetz werden 50 Prozent der CO₂-Emissionen eingespart.

Besonders wichtig ist dem Team die behutsame Restaurierung der historischen Substanz: Thonet-Stühle werden aufgearbeitet, Stoffe des Traditionsunternehmens Backhausen erneuert, Luster durch spezialisierte Werkstätten restauriert. Da aus früheren Bauphasen nur eingeschränkte Originalunterlagen vorliegen, erfolgt die Rekonstruktion vielfach auf Basis historischer Recherchen.

Die Türen des »Café Central« sind am 16. März 2026 bereits verschlossen – vereinzelte Tourist:innen stehen mit ratlosen Gesichtern davor und werden zur vorübergehenden Dependance, dem »Café Decentral« im Palais Harrach, gelotst. Im Herbst will man sich den Wiener:innen und Tourist:innen in neuem Glanz präsentieren.

Unangefochten das beeindruckendste und wohl berühmteste Kaffeehaus der Stadt, das jeder einmal besucht haben sollte. Das einzigartige historische Ambiente versetzt einen in...
Ecke Herrengasse/Strauchgasse
1010 Wien
Österreich

Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
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