In einem Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert haben Kerstin Bauer und Max Goldberg ihre neue Heimat gefunden. Das schnörkellose Interieur versprüht Charme und historisches Flair– ein stimmiger Kontrast zur modernen Küche und dem lockeren Service. Ihrem bewährten Konzept bleiben die beiden treu: Es gibt ausschließlich ein Neun-Gänge-Menü, auf Vorbestellung auch in einer vegetarischen Variante. Vier Stunden lang werden ausgeklügelte Gerichte serviert, die regionale Produkte mit asiatischen Aromen zu einem spannenden, inspirierten Geschmacksbild vereinen. Gleich zu Beginn geht es mit kleinen Häppchen zur Sache: Goldberg beeindruckt mit in Bienenwachs geschmorter Roter Bete mit Quittencreme, einem leicht süßlichen Ragout aus Flussbarsch, bretonischem Seeigel, Ingwer, Sojasauce, Topinambur und Hijiki-Algen sowie mit einem Happen Wels in Tempurateig mit Tikka-Masala und Currycreme. Es folgen starke Fischgänge: über Lavendel geräucherter Saibling, kontrastiert mit eingelegter Aubergine und einer leicht säuerlichen Gurkenvinaigrette, und gedämpfter Zander, serviert mit schwarzem Rettich, japanischer Mikan-Ponzu mit Mandarinennote, verfeinert mit Öl von gegrilltem Frühlingslauch. Der gegrillte Spargel wird begleitet von Brunnenkressecreme und einer tiefgründigen Eigelb-Emulsion mit Bärlauchkapern. Die Wachtel kommt gefüllt mit einer Farce aus Hühnerleber und Brioche auf den Teller. Den süßen Abschluss bildet eine Zimt-Vanille-Blätterteigschnecke mit Weinbrand-Karamell, begleitet von einem Eis aus gerösteter Topinambur. Die Weinkarte überzeugt mit einem Mix aus Klassikern und (noch) unbekannten Namen. Champagner-Fans finden mehr als 120 Positionen.