Das «Mura» liegt in einer kleinen Seitenstrasse am Ende des Zürcher Seefelds. Wer die schmale Tür des kleinen Restaurants öffnet, taucht in eine ruhige Genussoase ein – fernab vom hektischen Stadtleben. An den schlichten Holztischen finden maximal 14 Gäste Platz. Die Atmosphäre ist ruhig und sehr familiär, da der Raum klein ist. Durch den Abend führt klassische japanische Musik. Der Yuzu-Bellini ist die perfekte Einstimmung auf den Abend. Und schon geht es los mit dem ersten Gang: flambierter Lachs, gefüllt mit Rucola, umgeben von zartem Zitronengelee – serviert in einer hübschen rosa Schale. Weiter geht es mit feinen Gerichten, Fisch und Fleisch von höchster Qualität. Besonders überzeugen die puristischen Klassiker. Drei handverlesene Sushis: mit flambiertem Lachs, Gamba Violetta und Thunfischbauch. Dann die saftigen Spareribs vom Schwein mit einer unwiderstehlichen Marinade. Das Highlight des Menus sind zweifellos die Matcha-infused Soba-Nudeln mit Dreierlei vom Wagyu. Normalerweise wechselt Kenichi Arimura das Menü alle ein bis zwei Monate. Diese Nudeln haben alle Menus überdauert und sich zum Signature-Dish entwickelt. Wer in die al dente gekochten Nudeln hineinbeisst, weiss, wieso. Zum Abschluss gibt es ein erfrischendes, aber doch süsses Ume-Sorbet, begleitet von einem Mochi aus Sake-Kasu, einem Nebenprodukt der Sake-Produktion, gefüllt mit einer leicht süsslichen Bohnenpaste – eine kleine Köstlichkeit. Dazu frische Früchte, nicht wirklich saisonal, aber passend. Wer das «Mura» verlässt, nimmt etwas mit – eine tiefe Entspannung, die bis nach Hause ins Bett nachklingt. Auch wenn Küchenchef Kenichi Arimura nicht (mehr) auf Sterneniveau kocht, lohnt sich ein Besuch im «Mura» definitiv.