»Bacchuspreis« für Nicholas Ofczarek als Highlight der Weintaufe 2025
Traditionell wechselt die Bundesweintaufe die Bundesländer. Von der »Sonnenseite« zeigte sich das Burgenland im Schloss Esterházy, was den Jahrgang 2025 angeht. Und ehrte zugleich seinen prominentesten Werbeträger.
Passend zum fürstlichen Ambiente des Haydnsaal führte Bundesweinkönigin Laura Hummel durch den Abend. Nach 2021 richtete wieder das Burgenland turnusmäßig die Festlichkeit rund um den neuen Jahrgang aus. Die junge Weinviertlerin bereitete damit vor allem dem burgenländischen Wein eine tolle Bühne – von der Taufe des neuen Jahrgangs auf den Namen »Sonnenseite« bis zum Höhepunkt: der »Bacchuspreis«-Vergabe.
Da der Festakt vor »Martini« stets nach der Delegierten-Konferenz des heimischen Weinbaus stattfindet, sparte Weinbaupräsident Johannes Schmuckenschlager auch die kritischen Themen nicht aus. Er führte gegen das salon-fähig gewordene »Alkohol-Bashing« den Wert des Kulturgutes Wein ebenso ins Treffen wie die wirtschaftliche Bedeutung: »99% der Bevölkerung wissen damit umzugehen und wir werden uns den Genuss nicht von einem Prozent verderben lassen«!
Ansprache neuer Weinfreunde
Nikolaus Berlakovich wiederum ging in seiner Rede ins Detail: »Mit allen vor- und nachgelagerten Beschäftigten sorgt der Weinbau im Burgenland für 4,1% aller Arbeitsplätze«, so der Präsident der regionalen Landwirtschaftskammer. Und der ehemalige Minister zeigte sich auch zuversichtlich, dass Kampagnen neue Kundenschichten erschließen können, die der Weinabsatz aktuell brauche. Das bekräftigte auch Herbert Oschep (Weintourismus Burgenland): »Statt Verkaufen war es früher oft ein Verteilen«, erinnerte er an die goldenen Zeiten. Oschep leitete mit der Notwendigkeit zu zeitgemäßer Werbung elegant auf den heurigen »Bacchuspreis«-Träger über.
Denn für die spektakuläre, bewusst polarisierende Werbelinie des burgenländischen Weins habe er Burgschauspieler Nicholas Ofczarek gewinnen können. »Ich bin Kompetenz begegnet und Menschen mit Fachwissen, streute der Geehrte seiner drei-jährigen Karriere als Wein-Werbeträger Rosen, »Menschen, die auf Qualität viel Wert legen«. Und das verbinde ihn mit den Winzern. Der 54-Jährige rief in seinen Dankesworten noch einmal die schauspielerische Herausforderung in Erinnerung, Rebsorten non-verbal für die Kampagne darzustellen. »Wie stellt man ein Eigenschaftswort wie »kantig« dar? Abgesehen davon, dass ich nicht einmal wusste, dass ein Wein auch »kantig« sein kann«.
Martini-Gansl und Achterl-Bar
Ebenfalls als guter Botschafter für den Weinabsatz trat Max Stiegl (»Gut Purbach«) auf, der das Menü mit Pilzsuppe, Gansl und Zwetschkenknödeln gestaltet hatte. Nach getaner Arbeit empfahl er nicht nur einem mehr den bereits viral gegangenen »Maurer-Spritzer«. Von den Ehrengästen wünschte er sich auch, dass sie »anständig trinken« mögen.
Dafür sorgte die Tourismusschule Oberwart zusammen mit der Landesfachschule für Obst- und Weinbau Eisenstadt: Ein Querschnitt aus den Rieden vom Seewinkel bis ins Südburgenland konnte nicht nur zum Menü verkostet werden. Die Degustationsbar wurde zum Treffpunkt der Weinfunktionäre und -liebhaber aus ganz Österreich.