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Heidi Schröck und ihre Söhne Georg und Johannes

Heidi Schröck und ihre Söhne Georg und Johannes
© Philipp Horak

Heidi Schröck plädiert für mehr Mut zur Süße

Süßwein
Burgenland
Winzerin

Heidi Schröck wurde vom Schloss Johannisberg als einzige Süßwein-Pionierin neben drei anderen Vertretern aus Ungarn, Frankreich und dem Rheingau als Speakerin zur Late Harvest United eingeladen.

Die zweiteilige Masterclass »Late Harvest United« auf Schloss Johannisberg gilt als Gipfeltreffen der besten Süßweinregionen der Welt. »Tokaj, Sauternes, die deutschen Flusstäler und Rust: In dieser Liste genannt zu werden, ist eine große Anerkennung für den Süßwein vom Neusiedler See«, so die Ruster Winzerin Heidi Schröck, die sich gemeinsam mit anderen Größen der Szene für mehr Mut zur Süße einsetzt, besonders als Begleitung zu würzigen und aromatischen Speisen.

Insgesamt waren vier der besten Süßwein-Produzent:innen vertreten: Gastgeber Schloss Johannisberg aus dem Rheingau, das es erst kürzlich auf Platz zwei der »World’s Best Vineyards« schaffte, Château Suduiraut aus Sauternes, Disznókő aus Tokaj und das Weingut Heidi Schröck & Söhne aus Rust am Neusiedler See. »Als wir 1991 den Cercle Ruster Ausbruch, der Vorgänger-Organisation des Ruster Ausbruch DAC, ins Leben gerufen haben, war genau das unser Traum: An einer Tafel mit den wichtigsten Süßwein-Regionen der Welt zu sitzen. Dort gehören die Weine vom Ost- und Westufer des Neusiedler Sees auch hin«, so Schröck.

Im ersten Teil des Gipfeltreffens, mit dem Schloss Johannisberg den 250. Geburtstag der Spätlese zelebrierte, widmeten sich fünf Weingüter und rund 70 Fachgäste den besten Süßweinen der Welt. Moderatorin Lin Liu, Master of Wine, präsentierte dabei Auslesen, Spätlesen und Eiswein. Verkostet wurde auch der Ex-Bibliotheca Cuvée »100« von Schloss Johannisberg, der die besten Spätlesen zwischen 1915 und 2015 vereint und das Lagerpotenzial süßer Weine demonstrierte.

Süßer Wein zu üppigen Nachspeisen ist eine Themenverfehlung.

– Heidi Schröck

Der zweite Teil stand unter dem Motto »Sweet Wine & Fine Dining«: Im Pairing-Menü stand beispielsweise die Riesling Spätlese 1964 zu Geschmorter Rehkeule, Eiswein zu Blauschimmel-Crème und Tapenade. Heidi Schröcks Beerenauslese »Anthologie« Non-Vintage, eine Cuvée der Jahre 2014 bis 2022, wurde mit gegrillter Tristan Languste mit Urkarotte und Chicorée kombiniert. »Die Süße des Weines als Kontrast zur Bitterkeit der Olive oder des Chicorées, zu salzigen Meeresfrüchten oder würzigem Curry funktioniert hervorragend. Zuhause wie in der Gastronomie sollte Süßwein unbedingt wieder öfter eingesetzt werden – aber eben in der richtigen Kombination. Nur Mut!«, so die Winzerin.

Drei Weine, vier Rezepte

Inspiriert von »Late Harvest United« hat Heidi Schröck gemeinsam mit ihren Söhnen Georg und Johannes das Genuss-Set »Sweet Legends« aus drei Weinen und vier Rezepten entwickelt. Darin enthalten sind die Furmint Auslese 2024, der Ruster Ausbruch DAC 2023 »vom Furmint« und Anthologie NV »best of 9 summers«. Die passenden Gerichte reichen von der »Faux Gras« – einer Veggie-Terrine – über eine knusprige Gans bis hin zum Blauschimmelkäse.

Am kaiserlichen Hof & auf der Titanic

Die Geschichte des Ruster Ausbruchs reicht bis ins Jahr 1479 zurück. Am kaiserlichen Hof war das »Flüssige Gold« vom Neusiedler See so beliebt, dass Leopold I. Rust im Austausch gegen einige Fässer Ausbruch den Titel »Freistadt« verlieh. Sogar die Titanic hatte einige Flaschen Ruster Ausbruch an Bord.


 

Redaktion
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