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© Keno Zache

Casa Ferrari zu Gast auf Mallorca: Boxenstopp für Ferraristi

Automobil
Mallorca
Produkttest

Ferrari lädt zur Testfahrt auf die Balearen – und liefert mehr als nur PS. Zwischen Andratx, Valldemossa und Portals Nous zeigt sich: Der Mythos lebt – aber entspannter als gedacht.

Nach Stationen in Abu Dhabi, St. Moritz und Sylt war es Ende Juli die Lieblingsinsel der Deutschen, die zum temporären Zuhause von Casa Ferrari wurde. Fünf Tage lang inszenierte der italienische Automobilhersteller seine Markenwelt vor mediterraner Kulisse – eingebettet in die Landschaft Mallorcas und getragen vom unverkennbaren Drive der Marke. Fernab des Stammsitzes in Maranello wurde der »UM Beach Club« in Portals Nous an der Südwestküste zum stilvollen Schaufenster italienischer Fahrkultur – und das exklusiv für deutschsprachige Gäste.

Ziel des Ganzen: Ferrari jenseits von Rennstrecke und Pferdestärken erlebbar zu machen – für sogenannte Ferraristi, also bestehende Kunden, die rund 60 Prozent der Teilnehmenden ausmachten, aber auch für Tifosi: jene Fans, die Ferrari meist nur von der Formel 1 kennen und erstmals in Berührung mit dem Lebensgefühl der Marke kamen.

Mehr als nur Autos

Wie bei vielen Herstellern steht auch bei Ferrari längst nicht mehr das Auto allein im Mittelpunkt. Marken wie BMW, Aston Martin, Mercedes – und eben Ferrari – positionieren sich zunehmend als Lifestylemarken. Dass nur ein kleiner Teil der Tifosi am Ende zu Ferraristi wird, spielt zunächst eine untergeordnete Rolle. Wer einmal in diese Welt eintaucht und Ferrari-Luft schnuppert, trägt das Gefühl weiter – und weckt womöglich Begehrlichkeiten bei anderen. Im besten Fall so überzeugend, dass neue Mitglieder Teil der Ferrari-Community werden wollen. Unter ihnen: vielleicht ein künftiger Käufer.

Manchmal geht es aber auch ganz pragmatisch zu: etwa darum, die Wartezeit auf einen neuen Ferrari zu versüßen – die beträgt nicht selten über ein Jahr. Auch dafür hat sich die Marke etwas einfallen lassen. Mit dem Ferrari Approved Programm können Kundinnen und Kunden in der Zwischenzeit zertifizierte Gebrauchtfahrzeuge erwerben – eine stilvolle Übergangslösung, oft im Rahmen des Neuwagenkaufs abgewickelt. Jedes Fahrzeug wird nach strengen Vorgaben geprüft, erhält eine zweijährige Garantie und eine exklusive Servicedeckung. Offiziell ist das zwar nicht der eigentliche Zweck des Programms – in der Praxis aber eine gern genutzte Möglichkeit. Aktuell stehen in Deutschland rund 300 Approved-Modelle zum Verkauf, auch für all jene, die sich spontan einen Ferrari-Traum erfüllen möchten.

Vertrauen im Tramuntana-Gebirge

Auf Mallorca aber ging es nicht ums Kaufen – sondern ums Erleben. Die Teilnehmenden blieben unter sich, tauschten sich bei Salz-Workshops, olfaktorischen Whisky-Tastings oder einfach im Pool über ihre Lieblingsmodelle aus, bevor es hinaus auf die Straße ging.

Von Andratx aus führt die Route hinauf zum Aussichtspunkt Mirador Ricardo Roca – vorbei an Pinien, Felswänden und Trockensteinmauern. Schon auf den ersten Kilometern wird klar: 830 PS fühlen sich nicht nach einer gewöhnlichen Testfahrt an. Was anfangs noch Respekt einflößt, wandelt sich rasch in Vertrauen. Die Fahrzeuge greifen präzise, die Kurven folgen fast wie im Fluss. Selbst wer mit Sportwagen wenig verbindet, ist beeindruckt, wenn der Sprint von 0 auf 100 km/h in knapp drei Sekunden fast beiläufig geschieht.

 

Die Fahrt führt weiter durch das Tramuntana-Gebirge nach Valldemossa, wo enge Gassen, alte Mauern und das Panorama der Berge einen reizvollen Kontrast zur italienischen Ingenieurskunst bilden, bevor es zurück in die Casa geht, um von dem Erlebten zu berichten.

Eine eigene Welt

Denn Teil von etwas zu sein – das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Auch wenn ein Ferrari für viele außer Reichweite bleibt, gelingt es Formaten wie Casa Ferrari, Nähe zu schaffen. Die Marke wird greifbar – nicht nur als Produkt, sondern als Haltung, Stil und Einladung in eine eigene Welt.

Und selbst wenn aus den meisten Besuchern keine Käufer werden: Die Begegnung bleibt. Und manchmal reicht genau das – um irgendwann zurückzukehren.


 

Anna Wender
Anna Wender
Senior Redakteurin
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