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© The Alpina Gstaad

Chef Barman im «The Alpina Gstaad»: «Die glücklichsten Momente erlebt man nie allein»

Luxus
Hotel
Bar
Bern
Griechenland

Seit zwei Jahren prägt Konstantinos Peristeris als Chef Barman die Barkultur im 5-Sterne-Luxushotel «The Alpina Gstaad». Im Gespräch mit Falstaff spricht er über seinen ersten Tag in Gstaad, über Cocktailkreationen mit hoteleigenem Honig und darüber, wie er selbst ausgefallene Gästewünsche umsetzt.

Falstaff: Konstantinos Peristeris, erinnern Sie sich an Ihren ersten Tag in Gstaad?

Konstantinos Peristeris: Ja, sehr gut sogar. Das war Ende Mai vor zwei Jahren, mein erster Besuch in der Schweiz. Als ich mit dem Motorrad ins Tal fuhr und sich die Landschaft vor mir öffnete, war ich tief beeindruckt von der Ruhe und Gelassenheit dieses Ortes. Ich kam aus Athen, einer grossen, sehr lebendigen und sehr lauten Stadt. Dieser Kontrast ist mir sofort aufgefallen.

Was hat Sie ursprünglich nach Gstaad gezogen?

Ich bin eher ungeplant hier gelandet. An Glück glaube ich allerdings nicht. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch sein eigenes Glück erschafft. Zuvor hatte ich bereits im Ausland gearbeitet, unter anderem in Portugal. Schon damals habe ich mich gefragt, wohin mich mein nächstes Abenteuer führen würde. Als sich die Möglichkeit in Gstaad ergab, ergriff ich sie bewusst.

Was hat Sie bis heute im «The Alpina Gstaad» gehalten?

Plötzlich habe ich mich in einem der besten Hotels der Schweiz wiedergefunden. Das «The Alpina Gstaad» ist perfekt in seine Umgebung eingebettet. Jedes Detail ist durchdacht gestaltet: die Materialien, die Kunst, das Licht, diese ruhige, luxuriöse und zugleich elegante Atmosphäre – umgeben von wunderschönen Bergen. Nach einem intensiven Arbeitstag gehe ich hinaus, geniesse die Aussicht und finde sofort wieder Ruhe.

Wie sind Sie eigentlich hinter der Bar gelandet?

Ich glaube, viele von uns landen eher zufällig in dieser Branche. Bei mir begann es als Nebenjob während des Studiums. Das Arbeitsumfeld hinter der Bar hat mich dann gehalten. Es ist ein Ort, der dich persönlich wie auch beruflich wachsen lässt. Hinter der Bar zu arbeiten, bedeutet nicht nur, Drinks zu mixen. Es bedeutet, präsent zu sein, für Gäste und Kolleg:innen. Genau das macht den Unterschied. Menschen vergessen vielleicht eine schön dekorierte Bar oder einen guten Drink – aber nie, wie man sie hat fühlen lassen.

Luxus kann auch starr sein. In welchem Ausmass können Sie hier Ihre Kreativität ausleben?

Letzte Saison haben wir ein neues Konzept umgesetzt, das auf den Kontinenten der Welt basiert. Jeder Drink ist von einem anderen Kontinent inspiriert. Ein Beispiel ist der Highball mit Matcha, Wasabi und Zitronen-Kombucha, inspiriert von Asien. Oder ein Nordpol-Drink mit Jasmin, Vodka und Litschi. Ich hatte diese Idee – und alle haben sie sofort unterstützt.

Neue Menüs zu entwickeln, ist einer der faszinierendsten Aspekte meines Berufs. Kreativität entsteht oft in zufälligen Momenten: in Gesprächen, beim Probieren neuer Dinge oder bei einem Spaziergang im Wald. Bei der Konzeption stelle ich mir immer mehrere Fragen. Erstens: Würde ich den Drink selbst bestellen? Zweitens: Für wen kreiere ich den Drink? Wir sind in Gstaad, in den Schweizer Alpen, also soll er präzise, klar und elegant sein und die Umgebung widerspiegeln. Dann frage ich mich, welche Zutaten gerade saisonal und lokal verfügbar sind. Wir befinden uns an einem wunderschönen Ort, der viele Aromen bietet: Rosmarin, Waldkiefer, Holunderblüte und Honig aus hauseigener Produktion. Hinter dem Hotel haben wir sogar eigene Bienenstöcke.

Wo wird Ihre Identität sicht- oder spürbar?

Ich würde sagen: in jedem einzelnen Drink. Jeder Cocktail ist eine Kreation von mir und dem Barteam und spiegelt unsere gemeinsame Identität wieder.

Welche Cocktails zählen aktuell zu den Bestsellern?

Klassiker erleben ein starkes Comeback. Weltweit sind Negroni und Espresso Martini wieder sehr gefragt.

Gibt es einen Drink, der Ihnen persönlich besonders gut schmeckt?

Ich trinke privat sehr gerne Mezcal. Wenn ich ausgehe, bestelle ich oft eine Mezcal Margarita.

Wie oft überarbeiten Sie die Cocktailkarte?

Veränderung ist wichtig, aber nicht zu häufig. Unsere Gäste unterscheiden sich im Sommer und Winter stark voneinander. Deshalb passen wir einige Drinks saisonal an. Komplett neue Karten entstehen etwa alle ein bis zwei Jahre.

Was war die ungewöhnlichste Anfrage, die Sie je erhalten haben? Wo liegen die Grenzen einer Luxushotel-Bar?

Feedback ist immer willkommen. Es gibt kein Richtig oder Falsch bei persönlichen Vorlieben. Für mich existieren weder seltsame Wünsche noch seltsame Komplimente. Wir versuchen stets, unsere Gäste glücklich zu machen, ihnen ein Gefühl von Zuhause zu geben, Erlebnisse zu schaffen und Erinnerungen mit ihnen zu teilen.

Wir geben auch individuelle Empfehlungen für jeden einzelnen Gast. Es ist sehr erfüllend, Drinks zu personalisieren. Manchmal wünschen sich Gäste etwas Bestimmtes, können es aber nicht genau beschreiben. Wir sind sehr flexibel und haben fast immer die passenden Zutaten. Wenn es machbar ist, setzen wir es um.

Für die Gäste ist neben den Drinks vor allem die Verbindung entscheidend: Menschen treffen Menschen, erzählen Geschichten, lachen zusammen. Das ist die Philosophie hinter unserer Bar. Die glücklichsten Momente erlebt man schliesslich nie allein, sondern immer, wenn man sie mit jemandem teilt.

Foto beigestellt
Im modernen Haus fühlen sich sowohl Architektur- und Kunst-Fans wie auch anspruchsvolle Outdoor-Abenteurer wohl.
Alpinastrasse 23
3780 Gstaad
Schweiz
Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
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