Darum gehen »Rezessionsrezepte« als Social Media Trend viral
Der »Waterpie«, »Wacky Cake« und Co. feiern gerade ein Comeback.
Wenn die Lebensmittelpreise steigen und wirtschaftliche Unsicherheiten nach wie vor stark im Alltag präsent sind, rückt das Thema preisbewusstes Kochen immer stärker in den Fokus. Viele Menschen überdenken aus diesem Grund ebenjenen Alltag – und auch ihre Mahlzeiten – neu.
Für Hobbyköch:innen und Foodblogger:innen ist das ein Anlass, in die Vergangenheit zu schauen: Kochbücher und Rezepte aus der Großelternzeit erleben eine Renaissance. Damals wurde mit wenigen Zutaten und viel Kreativität gekocht. Kein Wunder also, dass genau diese »Rezessionsrezepte« heute auf Plattformen wie TikTok und Instagram viral gehen. Einfach, günstig, nostalgisch – und trotzdem überraschend modern.
Der Fokus auf Ressourcen
Wie der Name vielleicht schon verrät, stammt der Begriff »Rezessionsrezepte« aus Zeiten wirtschaftlicher Krisen, in denen mit knappen Mitteln gekocht werden musste. Oft entstanden dabei kreative, einfache Gerichte aus wenigen, günstigen Zutaten – der Fokus lag damals auf sättigenden und vor allem erschwinglichen Zutaten. Und angesichts der steigenden Preise setzen viele wieder auf kostengünstige, alltagstaugliche Küche. In Kombination mit Nostalgie und Social Media-Trends trifft das für viele den Nerv der Zeit – und macht diese Inspirationen beliebter denn je.
Zwei besonders bekannte Beispiele dafür sind der »Waterpie« und der »Wacky Cake«. Der »Waterpie« kommt nur mit Wasser, Zucker, Mehl und etwas Butter aus – und überrascht mit einer puddingähnlichen und trotzdem süßen Füllung. Der »Wacky Cake«, ein schokoladiger Kuchen ganz ohne Eier, Milch oder Butter, wird direkt in der Backform angerührt und beweist, wie gelungen Mehlspeisen selbst mit den einfachsten Zutaten sein können.
Schon während der Pandemie beliebt
Zugegeben, die Idee, sogenannten »Rezessionsrezepte« auf Social Media neues Leben einzuhauchen, ist keineswegs neu. Bereits während der Pandemie tauchten immer wieder sparsame, altbewährte Gerichte in unseren Feeds auf. Ein Paradebeispiel dafür ist der amerikanische Hobbykoch und Content Creator Dylan Hollis, der mit charmanten Videos über historische Rezepte große Aufmerksamkeit erlangte.
Durch seine unterhaltsame Art und das Revival vergessener Gerichte hat er sich eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut – und seine Reichweite stetig ausgebaut. Inzwischen hat er sogar sein zweites Kochbuch veröffentlicht, in dem er klassische Rezepte aus vergangenen Jahrzehnten auf kreative Weise neu interpretiert.
Ob aus finanzieller Notwendigkeit, nachhaltigem Bewusstsein oder purer Neugier – Rezessionsrezepte zeigen, dass gute Küche nicht teuer sein muss. Sie verbinden Vergangenheit und Gegenwart, Kreativität und Alltagstauglichkeit, und erinnern daran, dass auch Einfachheit oft die besten Ergebnisse hervorbringt.