Die Sieger der Lemberger Trophy 2025
Dieses Jahr verkosteten wir deutsche Lemberger in zwei Kategorien. Das Ergebnis war beeindruckend: Sowohl bei den jüngeren Jahrgängen, als auch bei den mindestens sechs Jahre gereiften Weinen fanden wir herausragende Qualitäten im Glas.
Das ist auch für die Falstaff-Jury nicht alltäglich: Auf dem Probentisch unserer diesjährigen Lemberger-Trophy standen nicht nur die Weine der aktuellen Jahrgänge, sondern auch gereifte Weine bis zurück zum Jahrgang 2012. Unter Winzer:innen und Fachleuten ist das Wissen Allgemeingut, dass Lemberger ausgezeichnet reifen. Doch nur wenige Liebhaberinnen und Liebhaber wagen sich daran, solche Weine ein paar Jahre zur Seite zu legen. Auch in unserem Test waren die reifen Weine ein Hochgenuss.
Dabei war spannend zu sehen, dass selbst kühle, in ihrer Jugend vielleicht etwas streng anmutende Jahrgänge mit Flaschenreife aufblühen: Spektakulär etwa der 2014er aus dem Weingut Klopfer. Wer sich an diesen Herbst erinnert, denkt an Regen und Kirschessigfliegen. Doch Weingüter, die skrupulös ausgelesen haben, konnten Weine wie diesen keltern, der heute mit einer aparten Würzigkeit dasteht und mit einer gleichermaßen reifen wie quicklebendigen Gaumenstruktur. Ein ausgezeichneter Platz 4 war der Lohn.
Platz eins bei den reifen Weinen wurde wegen Punktgleichheit zweimal vergeben: einmal für das 2017er Ruthe GG des Grafen Neipperg – auch dies ein eher kühler Jahrgang, der heute Harmonie und Eleganz vereint. Und einmal für den 2019er aus dem Weingut Burg Ravensburg im Kraichgau, Baden – in Sichtweite Württembergs. Auch der drittplatzierte Wein von G.A. Heinrich aus Heilbronn stammt aus dieser Ecke des Landes, alle drei Sieger stammen aus einem Umkreis von Luftlinie kaum 30 Kilometer.
Bei den jüngeren Jahrgängen wurde der zweite Platz geteilt: zwischen Moritz Haidles 2023er Gehrnhalde und dem 2021er Hohenhaslacher Kirchberg aus dem Weingut Notz, Sachsenheim. Ganz vorn lagen die Aldingers mit ihrem 2023er Lämmler GG. Man kann all diese Weine jetzt schon gut trinken – aber, siehe oben, in ein paar Jahren werden sie mit Sicherheit noch mehr Spaß bereiten!
Top 3 Jahrgänge 2024–2020
Top 3 Jahrgänge 2019 und älter
Sortenprofil
Lemberger
Der Lemberger ist wärmebedürftig, weshalb er früher etwa im Remstal, der Region, aus welcher zwei der drei höchst bewerteten jungen Weine stammen, kaum verbreitet war.
Ursprung
Der Ursprung des Lembergers soll in Slowenien liegen, die Genetik weist ihn als Zufallskreuzung aus blauer Zimmettraube und weißem Heunisch aus. Nach Deutschland kam die Sorte im 18. Jahrhundert durch die Grafen zu Neipperg.