Gin Trophy 2025: Das sind die Besten des Jahres
Eine Frage beschäftigt die Spirituosenwelt seit Jahren: Was kommt nach dem Gin? Aber wie sinnvoll ist so eine Suche überhaupt, wenn sich der Totgesagte noch immer ausgesprochen lebendig gibt? Gin ist gekommen, um zu bleiben. Das beweisen auch die Sieger der Falstaff Gin Trophy 2025.
Mit großen Trends ist das immer so eine Sache. Losgetreten von einigen wenigen Vorreitern ruft die Dynamik des Erfolges zahlreiche Nachahmer auf den Plan – sei es, weil die Innovation sie magisch anzieht oder aber sie das schnelle Geld wittern und ihr Stück vom Kuchen abhaben wollen. Das ist grundsätzlich nichts Verwerfliches, denn wie man am Beispiel des Gins bestens beobachten kann, gehen viele dieser späteren Trendsetter die Sache durchaus seriös an und bewirken damit einen regelrechten Wettbewerb der Ideen, der eine atemberaubende Vielfalt zur Folge hat.
Doch irgendwann ist bei jedem Hype der Punkt erreicht, an dem der Wildwuchs der Stilblüten den Erfolg aller gefährdet und das Interesse der Kunden unweigerlich nachlässt. Marktbereinigung nennt man das dann landläufig. Ebendiese wurde dem Gin nach seiner wilden Renaissance seit Jahren prophezeit, und Schwarzmaler sahen die Kategorie bereits wieder in den dunklen Hades der Alltagsspirituosen hinabgleiten, in dem man das Wörtchen »Brand Call« nur gerüchtehalber kennt. Doch wie das mit Propheten so ist, liegen sie mit ihren Vorhersagen meist ein gutes Stück daneben. Zum Glück, nicht nur für den Gin.
Die Top 3 aus Deutschland
Qualität statt Wildwuchs
Zugegeben, ein gewisses Aufklaren ist im Markt nicht wegzudiskutieren, und die eine oder andere Marke hat sich bereits in Wohlgefallen aufgelöst. Doch in der Regel betrifft das vor allem sogenannte »Marketing-Gins«, jene schnell kreierten und vor allem ohne eigene Brennerei hergestellten Tropfen, die oftmals vorzugsweise eines waren: austauschbar. Wie nach einem reinigenden Gewitter erstrahlt der Gin nun in neuem Glanz, man könnte fast sagen, er ist erwachsen geworden.
Und fest steht auch: global gesehen wächst der Gin weiter. Rund 990 Millionen Liter Absatz werden dieses Jahr weltweit erwartet (2023 waren es noch 945 Millionen Liter). Allerdings haben sich die Wachstumsmärkte nach Asien, Indien und Südamerika verschoben. Hierzulande ist das oberste Gebot für Gin-Brenner: relevant bleiben. Und wie ginge das besser als durch Innovation, wo sie sinnhaft ist, und durch das Besinnen auf beste Qualität. Denn eines betrifft den Gin wie alle anderen Kategorien auch: Resilient gegen sinkende Kaufkraft sind vor allem Produkte im Premiumsegment. Und wer viel bezahlt, will auch ein Top-Produkt im Glas.
Die Top 3 aus Österreich
Wie aber sieht es heute aus, dieses Streben nach Relevanz? Eine Antwort liefert ein Blick auf die Sieger der Falstaff Gin Trophy. Es wird wieder bodenständiger, der Wacholder und klassische Aromenprofile rücken wieder verstärkt in den Fokus. Auch lokale Ingredienzien wandern mit einem gewissen Stolz in die Zutatenliste, und die Lagerung in Fässern hat sich als beliebtes Mittel der Profilierung etabliert. Das heißt aber nicht, dass es keine Exotik mehr gäbe. Vor allem die erfrischende Welt der Zitrusfrüchte erfreut sich dabei großer Beliebtheit bei Brennern und Genießern gleichermaßen. Langweilig wird es mit Gin also auch jetzt nicht.