Im Zeichen des Glücks: Wie man sich erfolgreich ins Jahr des Feuerpferdes isst
Neues Jahr, neue Versprechen – und alles beginnt auf dem Teller. Wie zum Neujahr in China Hoffnung serviert wird und welche Speisen unerwünscht sind, erzählt die kulinarische Reise ins Jahr des Feuerpferdes.
Am 17. Februar startet das chinesische Neujahr – und mit ihm das Jahr des Feuerpferdes. Im traditionellen Tierkreiskalender wechseln zwölf Tiere einander ab, kombiniert mit fünf Elementen. Die Verbindung von Pferd und Feuer – »Bing Wu« – kehrt nur alle 60 Jahre zurück. Zuletzt war dies 1966 der Fall. Der seltene Zyklus soll Mut, Dynamik und Tatkraft versprechen. Oder, um es chinesisch zu sagen: »Mǎ dào chéng gōng« – mit der Ankunft des Pferdes ist der Erfolg gesichert. Doch so sehr das Feuerpferd für Tempo steht, der eigentliche Kern des Festes liegt entschleunigender Weise am Esstisch mit der Familie.
Glück im Menü
Kaum ein Fest ist so kulinarisch codiert wie das chinesische Neujahr. Jede Speise, die auf den Tisch kommt, trägt eine eigene Symbolik. Fisch darf beispielsweise nicht fehlen – sein chinesischer Name klingt fast wie »Überfluss«, weshalb er für Reichtum im kommenden Jahr steht. Wichtig: Er wird meist nicht vollständig aufgegessen. Ein Rest symbolisiert, dass auch im kommenden Jahr genug Essen da ist.
Dumplings, jene gemeinsam gefalteten Teigtaschen, ähneln alten Silberbarren und stehen daher für Wohlstand. Lange Nudeln versprechen ein langes Leben und werden tunlichst nicht zerschnitten. Huhn symbolisiert familiären Zusammenhalt. Orangen, goldfarben und rund, bringen Glück und Erfolg ins Haus. Somit entsteht ein Menü, das sowohl verschiedene Geschmäcker miteinander kombiniert, als auch unterschiedliche Bedeutungen.
Nicht vergaloppieren
Während hierzulande zu Neujahr Raclette-Pfännchen überquellen, geht es in vielen chinesischen Haushalten an dem Tag ebenfalls ums Verzichten. Zumindest was »Congee« angeht. Der schlichte Reisbrei gilt als Arme-Leute-Essen. Wer das Jahr nicht arm beginnen möchte, lässt ihn am Neujahrstag besser vom Tisch verschwinden. Überhaupt ist Vorsicht geboten. Zerbrochenes Porzellan gilt als böses Omen. Müll wird ebenfalls am Neujahrstag nicht herausgebracht, man könnte symbolisch den Reichtum hinausbefördern. Und bitte keine Haare waschen: Das Wort für Haar klingt ähnlich wie jenes für Wohlstand. Wer am falschen Tag shampooniert, spült womöglich sein Glück fort.
Auch wenn man die Traditionen als etwas abergläubisch bezeichnen könnte, liegt in ihnen eine schöne Erkenntnis: Essen ist nie nur Nahrungsaufnahme. Essen ist ein Träger von Traditionen, es stiftet Gemeinschaft, und vor allem nährt es die Hoffnung. In diesem Fall auf ein erfolgreiches Jahr.