Kremstal Spitzengewächse: Die Sieger des Reserve Cup
Mineralische, engmaschige Rieslinge und stoffige, feinwürzige Grüne Veltliner machen das Kremstal zu einer der weltbesten Herkünfte für Cool-Climate-Weißweine.
Seit 2008 erfreut sich das Kremstal des Herkunftsstatus mit DAC für die beiden weißen Leitsorten Grüner Veltliner und Riesling. Seit 2016 gibt es innerhalb der DAC-Weine die Pyramide mit den Kategorien »Gebietswein«, »Ortswein« und »Riedwein« an der Spitze. Im diesjährigen Kremstal DAC Rieden Cup wurden 41 Rieslinge und 51 Grüne Veltliner aus Einzellagen beurteilt, gleich 17 Lagenweine des Jahrgangs 2023 erreichten 95 Punkte oder mehr, was die enorm hohe Qualität sehr eindrucksvoll darstellt.
Qualität vor Menge
Steil und steinig ist die Paradelage der Familie Proidl unterhalb der Ruine Senftenberg, die Ried Ehrenfels, die steilste und kargste im Gebiet, ein Weinberg, der nach 1945 nicht mehr bewirtschaftet wurde und in Vergessenheit geriet. Am Ende der Achtzigerjahre wurden die Terrassen in mühevoller Arbeit rekultiviert und mit Grünem Veltliner und Riesling neu bepflanzt. Alte Winzer kommentierten diese Aktivitäten damals mit »Vü kriagst net, oba guat is«, und sie sollten Recht behalten. Bei der diesjährigen Verkostung landeten beide Sorten von Proidls Ehrenfels im Spitzenfeld. Der Riesling Kremstal DAC Reserve Ried Ehrenfels 1ÖTW konnte sich mit tollen 97 Punkten im direkten Stechen mit dem gleich bewerteten Riesling Kremstal DAC Reserve Ried Hochäcker 1ÖTW vom Weingut Nigl, ebenfalls in Senftenberg zuhause, durchsetzen, der den zweiten Platz erreichte. Die Ried Hochäcker, die direkt an den Ehrenfels angrenzt, weist die gleichen Urgesteinsböden auf und ist ganz besonders für Riesling ein ideales Terroir.
Der drittplatzierte Riesling, bewertet mit 96 Punkten, kommt ebenfalls aus einer terrassierten Lage, hier ist Gneis der Untergrund, die Ried Schreck ist die steilste Ried der Stadt Stein an der Donau und wurde urkundlich 1360 erstmals erwähnt. Der Name geht auf das mittelhochdeutsche Wort »Schric« zurück, was soviel wie »Riss« bedeute, und hier einen Geländeeinschnitt am Goldberg beschreibt. Bronze also für den finessenreichen Riesling Kremstal DAC Reserve Ried Schreck 1ÖTW 2023 vom Weingut der Stadt Krems. Als Ex-aequo-Dritter platzierte sich der Riesling Kremstal DAC Ried Pfaffenberg 1ÖTW Alte Reben 2023 vom Weingut Salomon Undhof.
Exzellente Veltliner
Höchstbewerteter Grüner Veltliner ist der Kremstal DAC Ried Kirchenberg 1ÖTW Herzstück 2023 von Martin Nigl aus Senftenberg. Platz zwei, ebenfalls mit 96 Punkten, holte sich die Familie Proidl mit dem Grünen Veltliner Kremstal DAC Reserve Ried Ehrenfels 1ÖTW 2023. Den dritten Platz ergatterte – ebenfalls im Stechen gegen zahlreiche exzellente Mitbewerber mit je 95 Punkten – schließlich der Grüne Veltliner Kremstal DAC Reserve Ried Kremser Frechau 1ÖTW 2023 vom Weingut Türk aus Stratzing.
Wie eingangs bereits festgehalten, war das Gesamtniveau der Probe bei beiden DAC-Sorten diesmal besonders hoch, der Jahrgang 2023 bietet bei den Riedenweinen Qualitäten, die bereits sehr gut antrinkbar sind, aber auch ein tolles Reifepotenzial aufweisen. Und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Weine lässt nichts zu wünschen übrig.
Unter den 17 verkosteten »Late Release«-Riedenweinen aus 2022 waren ebenso tolle Sortenvertreter zu finden.
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