Schwierige Phase: Bordeaux En Primeur 2025
Erste bekannte Weingüter ziehen sich aus der En Primeur Kampagne zurück.
Längst hat es sich in der Branche herumgesprochen: Die Weine des Jahrgangs 2024 sind nicht unbedingt, was man das Gelbe vom Ei bezeichnen würde. Und, dass die Nachfrage am Weinmarkt speziell im Rotweinsektor schwächelt, ist keine Neuigkeit. Der Verkauf der ordentlichen Weine aus 2023 im Zuge der letztjährigen En Primeur-Kampagne ließ trotz attraktiver Preisgestaltung zu wünschen übrig. Wie also sollen die Winzer in Bordeaux angesichts der gestiegenen Kosten in Produktion beim aktuellen Jahrgang zu einer korrekten Preisfindung kommen?
Vor allem im Mittelbau wachsen die Zweifel, dass eine marktgerechte Primeur-Kampagne überhaupt möglich sein kann. Und das hat konkrete Folgen. Gestern hat das Château La Tour Figeac, Grand Cru Classé aus St. Emilion, bekannt gegeben, dass es seinen Grand Vin nicht in den Primeurs zum Kauf anbieten wird.
Eigentümer Otto Rettenmaier spricht Klartext: »Wir sind von der Qualität unseres Weines überzeugt und werden unseren La Tour Figeac erst nach Abfüllung der Öffentlichkeit vorstellen. Daher erscheint es uns nur konsequent, den Wein zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht dem allgemeinen Handel und der Presse zu präsentieren.« Alle Vorzeichen weisen auf eine schwierige Phase für den klassischen Bordeauxhandel hin. Die Stunden der Subskription, wie man sie bisher kannte, sind jetzt endgültig gezählt.
Ab der kommenden Woche wird Falstaff online direkt von den neuesten Entwicklungen aus Bordeaux berichten.