Silent-Disco-Verkostung und Gastro-Pop-up: Wie ein Weingut auf kreative Konzepte setzt
Ein Weingut, das nur Wein verkauft? Von gestern. Das rheinhessische VDP-Weingut »St. Antony« zeigt, wie man Tradition und aktuelle Trends zusammenführt. Pop-up-Restaurant, Silent-Disco-Weinprobe und Studio-Talks sind das Ergebnis.
Der Weinmarkt ist enger geworden, die Konkurrenz internationaler, die Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen größer denn je. Zwischen einem wachsenden Druck und einem sinkenden Pro-Kopf-Konsum einer Generation, die bewusster – oder gleich alkoholfrei – genießt, geraten selbst etablierte Betriebe unter Zugzwang.
Das rheinhessische VDP-Weingut »St. Antony« reagiert darauf mit Kreativität. Zum Beispiel mit einem neuen Pop-up-Restaurant namens »Heiliger Anton« in Mainz-Gonsenheim. Dirk Würtz von »St. Antony« beschreibt die Idee wie folgt: Man wolle einen Ort schaffen, an dem Nachbarn, Freunde und Neugierige nach Feierabend zwanglos zusammenkommen – ein Glas Wein, ein Gespräch und ein Stück Pizza. Zwischen urbaner Hektik und digitaler Dauerbeschallung entsteht so ein analoger Treffpunkt, der soziale Interaktion wieder in den Mittelpunkt stellt.
Der perfekte Mix
Das gastronomische Konzept folgt dem Leitgedanken: weniger ist mehr. Auf der Karte stehen frische, handgemachte Gerichte – allen voran Würtz’ Pizza – und ein sorgfältig kuratiertes Weinangebot. Neben klassischen Weinen finden Gäste alkoholfreie Alternativen, ein Segment, das immer stärker nachgefragt wird. Der Service bleibt bewusst leger, wie man es von einer klassischen Schoppenwirtschaft kennt.
Doch damit nicht genug. Im Stammhaus in Nierstein startet das Weingut die Reihe »Musik & Wein Tasting«. Genauer gesagt eine Silent-Disco-Weinprobe, bei der Gäste sechs Weine verkosten und über kabellose Kopfhörer zwischen drei Musikkanälen wählen können. Dabei gäbe es laut Würtz kein Richtig oder Falsch. Wichtig sei die Frage: Was macht die Musik mit der Wahrnehmung des Weins – und umgekehrt?
Außerdem startet am 25. Februar 2026 im Pop-up »Heiliger Anton« das Format »StudioTalk«. Gemeinsam mit zwei Musikexperten werden bekannte Songs in ihre Tonspuren zerlegt und so die Entstehung professioneller Mixe gezeigt – live, mit originalem Equipment aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Zwischen Bandmaschine und Burgunder entsteht so ein feiner Mix aus Geschmack, Musik und Gemeinschaft.