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© Lakrids by Bülow

Vom Heilmittel zum Samstagsritual: Lakritze prägt den Norden

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In Skandinavien ist Lakritze nicht nur eine Nascherei. Sie ist Tradition. Ein dänisches Label wagt jetzt den Sprung nach Österreich.

Lakritze – bei dem Gedanken an den Geschmack verziehen viele schon das Gesicht. Dunkel, salzig, intensiv: nichts für jeden Gaumen. Doch in Skandinavien ist genau dieses Aroma ein Kulturgut, vielen von Kindheit an vertraut. Doch warum genau können die Menschen aus dem Norden nicht genug von Lakritze bekommen?

Dem Team der dänischen Lakritz-Gourmet-Marke »Lakrids by Bülow« ist klar: Lakritze polarisiert. Trotzdem schaffte es das Label, Skeptiker:innen zu Liebhaber:innen zu machen und konnte seit seiner Firmengründung weltweit expandieren. Seit 2025 ist das Unternehmen auch in Österreich ansässig. Johan Bülow, Gründer von »Lakrids by Bülow«, hatte die Idee, die ganze Welt »in Lakritze verliebt zu machen«. Er lernte, wie Lakritze hergestellt wird und konnte 2007 auf der dänischen Insel Bornholm sein erstes Produkt kochen, ausrollen und schneiden.

 

Lakritze als Lifestyle-Produkt

Danach folgte eine Erfolgsgeschichte: Zwei Stunden nach der Eröffnung seines ersten Geschäfts war er ausverkauft. Er experimentierte weiter und so kam ihm der Gedanke, Lakritze mit Schokolade zu kombinieren. Das Ergebnis kam so gut an, dass er seine Lakritz-Kreationen mittlerweile in der ganzen Welt verkauft – unter anderem in der New Yorker Met.

Der nordische Bezug zur Lakritze hat tiefe Wurzeln. Dabei kommt die Süßholzwurzel – aus der die Lakritze hergestellt wird - ursprünglich aus dem Nahen Osten und Asien. Sie gelangte im 13. Jahrhundert nach Europa und wurde lange als Hustenmittel verwendet. Erst als  Ende des 18. Jahrhunderts Zucker beigemengt wurde, wurde sie zur Süßigkeit. Im Norden kam noch Salmiak, also Ammoniumchlorid, hinzu.

 

In Schweden entstand in den 1950er Jahren »lördagsgodis«: Der Brauch, Süßigkeiten nur am Samstag zu genießen. Ursprünglich eine Empfehlung zur Zahngesundheit, wurde daraus ein Wochenendritual. In jedem schwedischen Supermarkt gibt es einen »Pick-and-Mix«-Gang und damit die Möglichkeit, ein Sackerl selbst mit Süßigkeiten- und Lakritzvarianten zu füllen. Lakritze ist dabei einer der Favoriten.

Die Zahlen sprechen für sich. Schätzungen zufolge konsumieren Skandinavier:innen 80 bis 90 Prozent der weltweiten Lakritze. Dabei sind salzig-herbe Varianten besonders beliebt. Für viele ist sie so selbstverständlich wie Schokolade in Mitteleuropa, in Finnland gibt es sogar einen »Salty Liquorice Association«-Verband.

Ungewohnter Geschmack

In Österreich kennt man Lakritze bis dato eher als Nischenprodukt, das gerne als Souvenir aus dem Skandinavien-Urlaub mitgebracht wird. Für viele ist der salzig-bittere Geschmack zu ungewohnt. Hier setzen die Lakritze-Expert:innen von »Lakrids by Bülow« an: Mit der Schokoladen-Umhüllung der Lakritze wollen sie den Einstieg in die Geschmackswelt der Salmiak-Süßigkeit erleichtern.

Vielleicht bleibt Lakritze in Österreich ein Nischenprodukt. Aber in Zeiten, in denen Konsument:innen nach besonderen Geschmackserlebnissen suchen, könnte gerade die Kombi aus Schokolade und Lakritze gut ankommen.


 

Miriam Al Kafur
Digital Redakteurin
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