Warum Jugendliche plötzlich Pudding mit der Gabel essen
In Karlsruhe, Stuttgart oder Hamburg treffen sich Hunderte Jugendliche zu einem ungewöhnlichen Event: Pudding mit der Gabel essen. Was steckt dahinter?
Auf TikTok reden gerade alle über Pudding. Doch anstatt ihn wie gewohnt zu löffeln, greifen viele Jugendliche und junge Erwachsene zur Gabel. Was zunächst absurd klingt, hat schnell Menschen in mehreren deutschen Städten zusammengebracht – vom Kronenplatz in Karlsruhe bis zum Feuerseeplatz in Stuttgart.
Wie alles begann
Ende August trafen sich rund 200 Menschen in Karlsruhe. Jeder brachte seinen eigenen Becher Pudding mit. Nach einem kurzen Countdown stachen alle gleichzeitig hinein – mit der Gabel. Keine Influencer, keine Marken, keine Sponsoren. Nur Menschen, die einen ungewöhnlichen Moment teilen wollten. Videos von dem Flashmob gingen auf TikTok viral, Millionen Klicks folgten und schon planten Nutzer:innen Treffen in anderen Städten.
Die Regeln
Wer teilnehmen möchte, braucht nichts weiter als einen Becher Pudding und eine Gabel. Die Größe des Bechers spielt keine Rolle, man kann allein kommen oder mit Freunden, alles ist erlaubt. Es gibt keinen Eintritt, keine Anmeldung und keine Leistungsvorgaben. Genau diese Einfachheit macht die Treffen für viele attraktiv: Jeder kann spontan dabei sein und ein wenig Zeit mit anderen verbringen.
TikTok als Treiber
Die sozialen Medien sind der Motor hinter diesem Trend. Die Videos aus Karlsruhe wurden auf TikTok millionenfach gesehen. Auf Reddit und Instagram planen User:innen Zugfahrten zu den nächsten Treffpunkten. Anders als frühere, riskante Trends – etwa die Tide-Pod-Challenge von 2018 (Jugendliche filmten sich dabei, wie sie Waschmittelkapseln in den Mund nahmen und teilweise sogar aßen) – ist »Pudding mit Gabel« harmlos, und trotzdem erzeugt es Aufmerksamkeit und sozialen Austausch.
Was steckt dahinter?
Die Aktion kommt zu einem Zeitpunkt, in dem viele junge Erwachsene auf der Suche nach sozialen Begegnungen sind. Nach der Pandemie und angesichts politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten bieten solche kleinen Rituale eine Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten, ohne große Kosten oder Planungen. Pudding und Gabel werden so zu einem überraschend effektiven Icebreaker.