Weinreise Franken: Würzburg – Bocksbeutel, Brückenschoppen und Barock
Barocke Kulissen, fränkischer Bocksbeutel und ein Schoppen auf der Brücke – hier entfaltet sich Weintradition mit besonderem Flair.
Den letzten Tag sollte man in Würzburg verbringen – Universitätsstadt, kulturelles Zentrum und Hauptstadt Frankens. Die barocke Residenzstadt am Main lockt mit Sehenswürdigkeiten wie der Festung Marienberg, dem Käppele und der Würzburger Residenz, UNESCO-Weltkulturerbe und Meisterwerk des Barock mit dem berühmten Treppenhaus von Balthasar Neumann.
Tradition im besten Sinne
Weinliebhaber kommen in traditionsreichen Weingütern wie dem Juliusspital, dem Bürgerspital oder dem Staatlichen Hofkeller auf ihre Kosten. Die beiden Spitäler sind seit Jahrhunderten Stiftungen, deren Weinerlöse soziale Einrichtungen unterstützen. Das Juliusspital etwa betreibt bis heute ein Krankenhaus. Stolz sind alle auf den Würzburger Stein, Deutschlands größte Einzellage. Geprägt von Muschelkalk, durchzieht er sichelförmig die Stadt.
»Die Hälfte unserer Flächen ist mit Silvaner bestockt«, sagt Nicolas Frauer, Kellermeister des Juliusspitals, bei einer Führung durch die historischen Keller. Und sein Favorit? »Schwer zu sagen – alle Weine sind meine Babys. Aber neben dem Silvaner mag ich auch den Weißburgunder sehr, besonders das Große Gewächs aus dem Volkacher Karthäuser.«
Würzburger Stein
Diese besondere Lage lässt sich im Weingut am Stein hautnah erleben: Mitten im berühmten Weinberg gelegen, fügt sich das moderne Gebäude harmonisch in die Landschaft ein. Von hier genießt man einen beeindruckenden Blick auf die Stadt – während man die hervorragenden Silvaner oder Scheureben der Familie Knoll verkostet.
Die Vinotheken der Güter laden zum Probieren und Einkaufen ein. Angeschlossen sind gemütliche Weinstuben mit fränkischer Küche und sonnigen Terrassen. Wer es noch uriger mag, sollte das »Weinhaus zum Stachel« besuchen, ein Wirtshaus seit 1412. Hier kehrten schon Götz von Berlichingen und Tilman Riemenschneider ein.
Zum Abschluss der Reise sollte man sich einen Brückenschoppen auf der Alten Mainbrücke gönnen. Ein Glas Frankenwein, Blick auf den Main und die Sehenswürdigkeiten des Barock – was will man mehr?