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Kaum ein anderer Drink fängt die vollmundige Kraft eines Rhum Agricole so gekonnt ein, wie der »Kleine Punch«

Kaum ein anderer Drink fängt die vollmundige Kraft eines Rhum Agricole so gekonnt ein, wie der »Kleine Punch«
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Zeit für einen Zwergenaufstand: Ein Hoch auf den Ti’Punch!

Spirituose
Rum
Cocktail
Geschichte
Rezept

Rhum Agricole gehört zu den charaktervollsten Liquids, die man aus Zuckerrohr herstellen kann. In kaum einem Drink ist das so unverfälscht erlebbar wie im Ti’Punch. Zeit für einen Blick auf einen Klassiker mit jeder Menge Laissez-faire.

Der »Ti’ Punch« – auch »Petit Punch« genannt – ist nicht nur ein kräftig-fruchtiger Cocktail mit ordentlich Wumms, er ist ein Symbol für karibische Lebensart und eine Hommage an die einfache Schönheit des Rhum Agricole, der auf den französischen Antillen nicht aus Melasse, sondern aus frischem Zuckerrohrsaft destilliert wird. Zuhause ist er auf Martinique und Guadeloupe, man findet seinen Stil aber auch im französischen Überseedepartment La Réunion im Indischen Ozean, sowie dem französisch geprägten und seit 1968 unabhängigen Inselstaat Mauritius. Seine Herstellung indes reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, als die Franzosen begannen, Zuckerrohr zu destillieren und über die Jahrhunderte einen eigenen Stil zu entwickeln, der stark von anderen, meist Melasse-basierten Rumsorten abweicht. Ebenso alt wie die Geschichte des Rhum Agricole ist auch jene des »Ti’Punch«, die eng mit den Sklaven verbunden ist, welche die schwere Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen damals verrichten mussten. Um sich vor der Arbeit auf den Feldern zu stärken, griffen sie oftmals zu einem sogenannten »Dekolaj« (kreolisch) oder »Décollage« (französisch für »Start«). Ein Punsch am frühen Morgen und der Tag konnte beginnen.

Der Ti’ Punch (»Ti« steht für »petit« und bedeutet »klein«) entstand damit als einfacher Drink, der sich seitdem nur wenig weiterentwickelt hat. Er besteht aus nur drei Zutaten: Rhum Agricole, frischem Limettensaft und einem Hauch von Zucker (traditionell Zuckersirup). In der Karibik wird der Ti’ Punch heute noch immer oft ohne Eis serviert und die Zubereitung variiert je nach Geschmack – mal mehr Limette, mal mehr Zucker, je nachdem, wie intensiv oder leicht der Drink sein soll. Frei nach dem Motto: »Chacun prepare sa propre mort« (Möge sich jeder seinen Tod selbst zubereiten) werden manchmal einfach nur die jeweiligen Zutaten und kein fertiger Drink serviert.

Verwandtschaft zum Caipirinha und Daiquiri

Der Ti’ Punch ist damit im Grunde nichts anderes als ein Rum Sour und teilt sich seine karibischen Wurzeln mit berühmten Verwandten wie dem spanischen »Daiquiri« und der brasilianischen »Caipirinha«. Die Grundidee ist bei allen drei Drinks ähnlich: Rum oder Cachaça wird mit frischem Limettensaft und einer süßenden Komponente gemischt, wobei die Caipirinha in Brasilien auf Eis geshaked und auf Eiswürfeln serviert wird. Die Variante auf Crushed Ice ist eher eine europäische Erfindung. Auch ein Daiquiri wird klassisch geschüttelt, in der »Floridita Bar« in Havanna, der »Wiege des Daiquiri«, benutzt man für die Zubereitung zudem gern einen Elektromixer. Den entscheidenden Unterschied macht aber eindeutig die Spirituose, im Falle des Ti’Punch also der Rhum Agricole. Sein kräftiger, grasiger und fruchtiger Geschmack wird durch die einfache Mischung besonders betont. Der Ti’ Punch ist weniger süß und oft stärker, denn er wird nach Geschmack dosiert, nicht nach festen Regeln. In der Karibik sieht man eben alles ein wenig lockerer.

Rezept: Ti‘Punch

Der Ti'Punch
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  • 5 cl Rhum Agricole (weiß)
  • 1 Limettenviertel
  • 2 Bl Rohrzuckersirup

Zubereitung

Das Limettenviertel mit der Schale nach unten ins Glas legen und mit einem Stößel leicht andrücken. Die restlichen Zutaten zugeben, verrühren und mit Eis an der Seite servieren.


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Alexander Thürer
Alexander Thürer
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