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Als eine der sechs Brücken der Stadt verbindet die Ponte Dom Luis I. Portos Altstadtviertel Ribeira mit der gegenüberliegenden Stadt Vila Nova de Gaia.

Als eine der sechs Brücken der Stadt verbindet die Ponte Dom Luis I. Portos Altstadtviertel Ribeira mit der gegenüberliegenden Stadt Vila Nova de Gaia.
© Shutterstock

Weinreise Porto: Das Tor zum Douro-Tal

Weinreise
Portugal
Porto

Porto ist nicht zufällig eine der beliebtesten Destinationen Europas. Die Stadt an der Douro-Mündung ist malerisch, sie hat unzählige gute Restaurants und eine reiche Geschichte. Mit ihren Portweinkellereien und guten Lage ist sie vor allem aber auch der ideale Ausgangspunkt für eine Weinreise. Denn an sie grenzen nicht nur eine, sondern gleich zwei berühmte Weinregionen!

In den steilen Uferhängen des Flusses Douro wachsen einige der besten Trauben der Welt. Da verwundert es nicht, dass sich die nach ihm benannte portugiesische Weinregion weltweiter Berühmtheit erfreut. Das Tal gehört aber auch optisch zu den spekta­kulärsten Weinregionen der Welt und sollte nicht zuletzt deshalb auf der Weinreise-­Bucketlist jedes Weinliebhabers stehen. Weil die Hänge hier so steil sind, wurden die Rebberge schon vor Jahrhunderten terrassiert. Da dazu je nach Steigung verschiedene Techniken eingesetzt wurden, entstanden Muster, die auf den Betrachter fast hypnotisch wirken. Der mäandernde Fluss, der das Tal über Jahrtausende formte, setzt der Szenerie die Krone auf. 

Der ideale Ausgangspunkt für eine Erkundungsreise des Douro-Tals ist das malerische Porto mit seiner Zwillingsstadt Vila Nova de Gaia auf der gegenüberliegenden Flussseite. Dort befinden sich auch heute noch die Lagerhallen der berühmtesten Portweinhäuser. Die meisten von ihnen kann man besuchen, mittlerweile sind daraus richtige Museen geworden. Wer es gerne etwas gemütlicher mag, sollte zu Niepoort Wine Cellar. Das Unternehmen ist zwar nicht gerade klein, die Kellerei hat sich aber eine gewisse Familiarität bewahrt – schließlich gehört das Weingut seit 1842 der gleichen Familie. 

Ein Zimmer für jedes Weingut

Ein spannendes Kontrastprogramm dazu ist Taylor’s Port. Die Kellerei dieses Portweingiganten befindet sich im 2020 eröffneten »WOW – World of Wine« mit sieben Museen und zwölf Restaurants, Bars und Cafés. Weil so viel Weindegustation ermüdend ist, ruht man sich am besten in der Nähe aus. Ein Must für Weinfans ist das Hotel »The Yeatman« in Vila Nova de Gaia, dessen Zimmer verschiedenen Weingütern gewidmet sind. Zudem gibt es im Haus ein Sternerestaurant mit einer der besten Weinkarten des Landes.

Natürlich muss auch die andere Flussseite besucht werden. Über die beeindruckende Brücke Ponte Dom Luís I, die vom deutschen Ingenieur und Gustave-Eiffel-Schüler Théophile Seyrig gebaut wurde, erreicht man Porto. Dort reihen sich mit den bunten Fliesen »Azulejos« dekorierte Häuser aneinander, vom Flussufer geht es steil bergauf Richtung Innenstadt.

Wer noch nicht genug (Port-)Wein hatte, sollte für eine Degustation in der kleinen, aber feinen Weinbar »Prova« Halt machen. Dort gibt es viele flüssige Kleinode aus Portugals verschiedenen Weingegenden. Von dort ist man auch im Nu beim alten Bahnhof São Bento, dessen Besuch sich schon nur wegen der historischen Azulejos, der bunt bemalten portugiesischen Fliesen, in seinem Inneren lohnt. 

Man kann in São Bento aber auch den Zug ins Douro-Tal nehmen. Es ist der günstigste Weg, dorthin zu reisen – und einer der schönsten. Die rund zweieinhalb Stunden dauernde Fahrt kostet etwa zwölf Euro. Nachdem er die Vororte Portos verlassen hat, schlängelt sich der Zug am Ufer entlang flussaufwärts. Besonders nach dem Städtchen Régua wird die Reise richtig malerisch. Wer Luxus erwartet, ist hier aber am falschen Ort, denn die Züge sind sehr einfach ausgestattet. Möchte man mehr Komfort, mietet man ein Auto – die Straße führt allerdings nicht am Fluss entlang – oder fährt gar mit dem Schiff. Es gibt Tagestouren von Porto nach Pinhão und zurück.

Ab aufs Boot

Schöner ist es aber doch weiter oben im Douro-Tal – wer Zeit mitbringt und den Fluss entdecken möchte, bucht am besten einen Ausflug mit einem Segelboot. Auf den »Rabelo« genannten flachen breiten Booten wurden früher die Portweinfässer vom oberen Douro-Tal nach Vila Nova de Gaia verschifft. Heute kann man sie stundenweise und für Tages- oder Halbtagestouren mieten.

Unterwegs kann man im Städtchen Peso da Régua einen Zwischenstopp einlegen. Es ist zwar nicht besonders schön, hat aber einige gute Restaurants – das »Castas e Pratos« ist zu empfehlen –, Weingüter – etwa die Quinta do Vallado mit eigenem Boutiquehotel – und das »Museu do Douro« zu bieten. Ganz in der Nähe befindet sich zudem eines der schönsten Hotels der Umgebung. Im »Six Senses« entspannt man zwischen Rebbergen und Fluss.

Pinhão ist um einiges hübscher als Régua. Das Dorf liegt im Cima Corgo und hat einige Weingüter. Die meisten davon kann man besuchen, etwa die Quinta do Noval oder die Quinta do Bomfim, die beide einen kurzen Fußmarsch vom schmucken Bahnhof entfernt sind. Gediegen übernachtet man im »Vintage House Hotel« gleich am Fluss. Wer möchte, kann mit dem Zug noch weiter den Fluss entlang fahren. Endstation ist das kleine Dorf Pocinho, in dessen Nähe die Quinta do Vale Meão einige der besten Weine des Tals keltert.

Grüne Hügel, grüner Wein

Noch näher an Porto als das Douro-Tal liegt die Weinregion Vinho Verde. Unmittelbar nach der Stadtgrenze dehnt sie sich gen ­Nordosten aus und reicht bis an die Grenze Spaniens. Sie ist vor allem für knackig-frische Weißweine aus Traubensorten wie Alvarinho, Loureiro und Arinto bekannt. 

Die schönsten Weingüter erreicht man mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht – ein Auto muss her. Mit diesem fährt man zum Beispiel zur biologisch bewirtschafteten Quinta de Covela, die ebenfalls am Douro liegt. Unterwegs kommt man am Weingut Quinta do Avesso vorbei, einem traumhaften Ort mit einem wunderbaren Angebot: Neben Weindegustationen gibt es hier auch Gartenführungen und Picknicks. Nach dem Besuch der Quinta de Covela übernachtet man im »Douro Palace Hotel & Spa« königlich.

Nördlich von Porto ist die Landschaft hügelig und grün – viele glauben, dass die Region darum Vinho Verde – auf Deutsch: »grüner Wein« – heißt. Besonders lohnt sich der Besuch im Weingut Quinta do Ameal, das zur Esporão-Gruppe gehört. In den hauseigenen Apartments kann man vorzüglich übernachten. Ganz in der Nähe ist das verschlafene Ponte de Lima, das auch einen Ausflug wert ist. Wer genug Zeit mitbringt, fährt bis zur galizischen Grenze. Von dort stammen einige der besten Weine der Vinho-Verde-Region. Davon überzeugen kann man sich bei einem Besuch des Weinguts Soalheiro, das als eines der ersten hier internationales Renommée erlangte. Mit Blick auf Spanien genießt man ein paar Gläser der eleganten Weißweine, bevor man sich auf den Rückweg nach Porto macht. Nach so viel entspanntem Landleben ist man wieder bereit für die Stadt.

Weingüter

Rua Cândido dos Reis 670
4400-071 Vila Nova de Gaia
Portugal
Gouvinhas
5060-063 Sabrosa
Portugal
Matheus Alegrucci Almeida/Shutterstock
Av. Diogo Leite 256
4400 - 111 Vila Nova de Gaia
Portugal
Travessa Barão de Forrester 86/26
4431-901 Vila Nova de Gaia
Portugal
Quinta do Vale Meao
5150-501 Vila Nova de Foz Côa
Portugal
S. Tomé de Covelas
4640-211 Baiao
Portugal
Alvaredo Melgaço
4960-010 Alvaredo
Portugal

Weingüter

1
Niepoort
Rua Cândido dos Reis 670, Portugal
2
Quinta do Crasto
Gouvinhas , Portugal
3
Quinta do Noval
Av. Diogo Leite 256, Portugal
4
Quinta do Vesuvio
Travessa Barão de Forrester 86/26, Portugal
5
Quinta do Vale Meão
Quinta do Vale Meao, Portugal
6
Quinta de Covela
S. Tomé de Covelas, Portugal
7
Quinta de Soalheiro
Alvaredo Melgaço, Portugal
1
Niepoort
Rua Cândido dos Reis 670, Portugal
2
Quinta do Crasto
Gouvinhas , Portugal
3
Quinta do Noval
Av. Diogo Leite 256, Portugal
4
Quinta do Vesuvio
Travessa Barão de Forrester 86/26, Portugal
5
Quinta do Vale Meão
Quinta do Vale Meao, Portugal
6
Quinta de Covela
S. Tomé de Covelas, Portugal
7
Quinta de Soalheiro
Alvaredo Melgaço, Portugal

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Erschienen in
Falstaff Magazin Schweiz Nr. 6/2024

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