Die Einrichtung im nordischen Stil ist gleichgeblieben, aber doch weht im «Frisk Fisk» seit August ein frischer Wind. Inhaber Matteo Trivisano hat die Leitung seines Zürcher Fischrestaurants einem neuen Gastgeberpaar anvertraut. Am Herd steht nun Rony Weiss, seine Partnerin Emelie Brandin kümmert sich um die Gäste und den Weinkeller. Brandin selbst ist Schwedin, das Paar arbeitete bereits in Norwegen zusammen, weiss also, worum es in der nordischen Küche geht. Die Karte bietet einen spannenden Mix aus skandinavischen und französischen Einflüssen. Die Hauptrolle spielen der hervorragende Fisch und Meeresfrüchte aus Wildfang, die «Frisk Fisk» hauptsächlich aus Norwegen importiert. Wir beginnen mit einem Glas Champagner und Scheiben vom warmen Brot mit aufgeschlagener brauner Butter. Kurz darauf bekommen wir eine «Handvoll Schrimps», von denen die eine Hälfte geräuchert und die andere gekocht ist. Sie sind so gut, dass wir die Aioli dazu beinahe komplett ignorieren – obwohl uns diese ebenfalls sehr schmeckt. Weiter geht’s mit einem feinen Lachstatar, das in kleinen Häppchen in einer Schneckenpfanne serviert wird. Zum Hauptgang entscheiden wir uns für den Heilbutt, der von einer luftigen, mit Schalentieren aromatisierten Hollandaise bedeckt ist. Dazu bestellen wir buttrige Dill-Kartoffeln und ein Tatar aus geräucherten Randen mit Estragon und Ei. Beim Dessert beschränken wir uns aufs Erfrischende und bekommen je eine Kugel Sanddornsorbet, Lakritze- und Vanilleglace – aus geräuchterter Vanille – köstlich! Auch die Weinkarte mit Tropfen von kleinen, handwerklich arbeitenden Produzenten gefällt uns sehr. Wir kommen wieder!