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»8000 Vintages«-Bar: Georgische Weinkultur im Herzen Berlins

Weinbar
Berlin
Georgien

Georgiens Weinkultur ist längst kein Geheimtipp mehr: Bei »8000 Vintages« trifft sie auf die moderne Weinwelt Berlins. Was hier als Trend gefeiert wird, ist im Kaukasus seit Jahrtausenden Tradition.

Es gibt viele Gründe, warum sich Staaten und Kulturen streiten. Die wichtigsten und auch gefährlichsten sind wohl Politik und Religion. Zu den weniger ernsthaften zählt Kulinarik. Wer hat dieses oder jenes Gericht erfunden? Wer hat das beste Rezept für … ? Und woher kommt etwa: der älteste Wein der Welt? Bei dieser Frage zeigen sich insbesondere Georgierinnen und Georgier selbstbewusst. Deren Kultur des Weinanbaus soll etwa 8000 Jahre zurückreichen – eine Zahl, die einer der hipsten georgischen Weinhändler in seinem Namen trägt: »8000 Vintages«.

2016 gegründet hat das Unternehmen mittlerweile vier Filialen in der Hauptstadt Tbilisi, eine in Batumi am Schwarzen Meer und seit 2023 mit Berlin-Kreuzberg einen ersten Standort im Ausland. Dass die Wahl dabei ausgerechnet auf Deutschland fiel, begründet das Unternehmen mit Zahlen: Bereits im zweiten Jahr in Folge ist die Bundesrepublik weltweit führend bei Weinimporten. »Unser Ziel war es von Anfang an, möglichst vielen Menschen georgischen Wein näherzubringen«, sagt Irakli Chkhaidze, Gründer von »8000 Vintages«. Schließlich gilt Georgien nicht nur als die Wiege des Weins. Das Land steht auch für eine besondere Machart: Traditionell entsteht Wein nämlich in sogenannten »Quevris«, in den Boden eingegrabenen Tongefäßen.

eine willkommene Abwechslung

Mit dieser Methode werden insbesondere auch »Amber Wines« oder, wie sie in Westeuropa auch genannt werden, »Orange Wines« hergestellt. Wie bei Rotwein werden dabei die Traubenschalen, Kerne und Stiele mitgegärt. Diese enthalten Tannine, die beim Trinken für eine Überraschung sorgen: So lässt der Geruch der orange- oder bernsteinfarbenen Tropfen zunächst einen lieblichen Weißwein vermuten. Beim ersten Schluck aber zieht sich die Zunge zusammen. Das Fruchtaroma ist gereifter, dichter. Georgierinnen und Georgier würden sagen: »Die Weine schmecken voller

Im Westen bieten sie so eine willkommene Abwechslung zu den bekannten roten und weißen Tropfen. Als »Orange Wines« sind sie anhaltend im Trend. Für Chkhaidze und seine Kolleginnen und Kollegen sind »Amber Wines« dagegen Tradition: »Es gibt sie bei so gut wie jeder Familienfeier. Unsere Leute stellen sie seit Jahrtausenden her«, sagt der Georgier. Umso mehr freue es ihn, dass seine Kundinnen und Kunden in Berlin insbesondere diese Weine bevorzugen.

Langweilig wird es hier nie

Der Standort dient nicht nur als Shop, sondern auch als Bar, die an jedem Wochentag geöffnet ist. Reservierungen sind nicht zwingend notwendig, an Wochenenden jedoch empfehlenswert. Insgesamt bietet die Filiale mehr als 600 Weine an. Die Shops in Georgien umfassen mehr als 2000. »Wir verkaufen ausschließlich georgische Produkte. Die meisten stammen von kleineren Familienbetrieben«, sagt Chkhaidze. Ihre Weine nach Europa zu bringen, mache ihm eine besondere Freude.

Für den Händler ist Wein wie für viele andere Georgierinnen und Georgier auch eng mit der Kultur des Landes verbunden. Ein Stück Identität, auf das man stolz ist – und worüber »8000 Vintages« bei Weinproben in lockerer Atmosphäre unermüdlich aufklärt. So finden in der Berliner Filiale jeden Sonntag Weinproben statt. Auch ist es möglich, eine private Verkostung zu buchen. Dabei werden georgische Snacks wie Tschurtschela (Nüsse umhüllt mit Traubensaft-Kuvertüre) und Trockenfrüchte serviert – passend zu einer Auswahl von Weinen (vier bei privaten Verkostungen, sechs bei den Sonntags-Events).

Bei Rotwein gilt Saperavi, aufgrund des dunkelroten Fruchtfleischs auch »schwarzer Wein« genannt, als Klassiker. Bei weißen Weinen sind unter anderem Rkatsiteli und Mtsvane Kakhuri beliebt. »Insgesamt gibt es in Georgien 525 Rebsorten«, betont Chkhaidze. Langweilig wird es bei »8000 Vintages« also nie.

INFO

»8000 Vintages«
Großbeerenstr. 27a
10965 Berlin-Kreuzberg
Mo-So 12-0 Uhr


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Anastasia Trenkler
Autor
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