René Antrag hat Tipps für einen erfolgreichen Schnaps-Verkauf.

René Antrag hat Tipps für einen erfolgreichen Schnaps-Verkauf.
© Ian Ehm

Antrag: »Schnaps muss aktiv verkauft werden.«

»Steirereck«-Sommelier René Antrag im Interview über das Verkaufspotenzial von Hochprozentigem.

Profi: Die Schnapswägen im »Steirereck« sind legendär. Wie viele unterschiedliche Produkte sind darauf zu finden?
René Antrag:
Wir haben einen Wagen mit österreichischen Schnäpsen und einen internationalen Wagen. Auf jedem finden sich etwa 300 unterschiedliche Produkte. Unser Fokus liegt natürlich auf Edelbränden von heimischen Produzenten. Die Zeiten, in denen die Gäste von sich aus einen Schnaps bestellen, sind aber vorbei. Wer den Verkauf allerdings aktiv betreibt, kann hier für seine Gäste ein tolles Erlebnis bieten und auch den Umsatz steigern.

Wie sind die Tipps für den aktiven Verkauf?
Es geht um Qualität und um Storytelling. Bei uns im »Steirereck« ist Andreas Djordjevic (Anm.: bekannt als Brot-Andi) bis etwa 21 Uhr mit seinem Brotwagen unterwegs, dann wechselt er auf die Schnapswägen. Natürlich sorgt allein schon der Wagen selbst für ein gesteigertes Interesse der Gäste. Dann geht es vor allem darum, dass man die Gäste wissen lässt, was alles zur Auswahl steht und dass man ein Gespür dafür entwickelt, was den Gästen gefallen könnte. Notwendig ist dabei ein Produkt-Knowhow, das weit über den Inhalt der Etiketten hinausgeht. Wir versuchen mit persönlichen Erlebnissen den Produzenten spannend und interessant dem Gast näher zu bringen.

Welche Trends sehen Sie bei Spirituosen?
Schnäpse und Brände haben in Österreich natürlich eine lange Tradition. Hier ist seit Jahren ein Aufwärtstrend zu spüren. Österreichische Marken wie Reisetbauer, Gölles oder Rochelt sind bekannte Aushängeschilder. Der Blick für unbekanntere Brenner muss aber immer wach bleiben. Wir verkosten regelmäßig Edelbrände, um unseren Gästen immer wieder Neues bieten zu können. International ist Rum sowie Whisky ein großes Thema und natürlich Gin.

Welches Glas eignet sich am besten für Hochprozentiges?
Wir verwenden schlanke Digestivgläser, die etwas bauchig sind. Wichtig ist, dass das Glas nicht zu groß ist, damit das Getränk sich nicht verliert. So bleiben die Aromen konzentriert im Glas.

Michael Pöcheim Pech
Autor
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