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© Tobias Arhelger / Shutterstock

Antrag zurückgezogen: Türkei gibt im Döner-Streit mit Deutschland auf

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Nach dreieinhalb Jahren ist der Döner-Streit vom Tisch. Für Verbraucher und Gastronomen bedeutet das: Der Döner bleibt, wie er hierzulande bekannt ist.

Der jahrelange Streit um die Zukunft des Döners in der EU ist beendet. Der Internationale Dönerverband (UDOFED) hat seinen Antrag zurückgezogen, die Spezialität als »garantiert traditionelle Spezialität« eintragen zu lassen. Für Imbisse und Produzenten in Deutschland bedeutet das: Alles bleibt wie gewohnt – von Kalb- und Putendöner bis hin zum Gemüsedöner. Offiziell nannte UDOFED keinen Grund für den Rückzug.

Worum ging es überhaupt?

Im Jahr 2022 hatte der Verband in Istanbul bei der EU beantragt, Döner auf die Liste der garantiert traditionellen Spezialitäten zu setzen. Hinter diesem Begriff steckt ein Schutzsystem, das bestimmte Herstellungsweisen und Zutaten verbindlich macht, ähnlich wie es beim Serrano-Schinken oder Mozzarella der Fall ist. Hätte sich der Antrag durchgesetzt, wäre Döner in der gesamten EU nur noch nach einem festgelegten Rezept erlaubt gewesen. Vorgesehen war, dass das Fleisch ausschließlich von älteren Rindern oder Schafen stammen darf, alternativ hätte auch Hühnerfleisch verarbeitet werden können. Genau geregelt werden sollten außerdem die Zutaten für die Marinade, die Dicke der Fleischscheiben und die Dauer der Zubereitung. Varianten, wie sie in Deutschland üblich sind – etwa mit Kalb, Pute oder auch rein vegetarisch – wären damit verschwunden.

Deutsche Branche und Politik liefen Sturm

In Deutschland löste die Idee Unruhe aus. Medien warnten vor dem Ende des Döners in seiner bekannten Form, Verbände und Gastronomen fürchteten große Einbußen. Nach Schätzungen wären rund 18.500 Imbisse betroffen gewesen. 80 bis 90 Prozent hätten ihr Produkt nicht mehr Döner nennen dürfen.

Auch die Politik mischte sich ein. Cem Özdemir sagte 2024, der Döner gehöre zu Deutschland und wie er hier zubereitet und gegessen wird, solle jeder selbst entscheiden dürfen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stellte sich ebenfalls gegen die türkische Initiative.

Erleichterung bei Produzenten

In Deutschland zeigte sich die Branche erleichtert. »Wir freuen uns, dass die Döner-Vielfalt in Deutschland erhalten bleibt und noch größer werden kann«, sagte Erdogan Koc vom Verband der Dönerproduzenten Deutschlands gegenüber der Bild.

Die Zahlen unterstreichen, worum es in dem Streit neben Symbolik auch ging: Allein in Deutschland setzt die Dönerbranche laut Verbandsangaben jährlich etwa 2,4 Milliarden Euro um, europaweit rund 3,5 Milliarden. Rund 60.000 Menschen arbeiten in dem Bereich.


Redaktion
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