Zum Inhalt springen
© Milo Sciaroni

Der Beef-Imperator: Riccardo Giraudi bringt Luxus-Beef nach St. Moritz

Riccardo Giraudi schreibt seine Erfolgsgeschichte in St. Moritz weiter. Im Dezember 2024 eröffnete er seine 36. «Beefbar» weltweit – diesmal im luxuriösen Fünf-Sterne-Hotel «Grace La Margna». Trotz seines internationalen Erfolgs und der edlen Luxusprodukte auf dem Teller wirkt der 49-Jährige bemerkenswert bodenständig, als Falstaff mit ihm spricht.

In seinen Luxusrestaurants gehen Berühmtheiten wie Kendall und Kylie Jenner sowie Rihanna und A$AP Rocky essen. Riccardo Giraudi hat sich mit seinen 49 Jahren ein beeindruckendes kulinarisches Imperium aufgebaut. Der in Genua geborene und in Monaco aufgewachsene Unternehmer steht heute an der Spitze eines globalen Netzwerks von 36 «Beefbar»-Restaurants. Nun eröffnet der selbsternannte «Beefboy» eine weitere Location im mondänen St. Moritz.

Der Weg zum Erfolg war für Giraudi keineswegs vorgezeichnet, auch wenn er in eine Unternehmerfamilie hineingeboren wurde. «Am Anfang war es nicht einfach», erinnert sich Giraudi an seine ersten Schritte im Familienunternehmen Giraudi Meats in den frühen 2000er Jahren. «Als Sohn eines erfolgreichen Unternehmers, in dessen Fussstapfen man treten will oder soll, hat man es besonders schwer. Denn die Leute mögen vielleicht den Unternehmer, aber nicht automatisch seinen Sohn.»

 

Riccardo Giraudi.
Foto beigestellt
Riccardo Giraudi.

Nach seinem Wirtschaftsstudium an der European Business School in London stieg er dennoch ins Familienunternehmen ein – allerdings mit einer klaren Vision: «Ich würde meinem Vater nie sagen, er soll sich zum Teufel scheren. Aber ich wollte etwas ändern. Ich brauchte mehr Freiheit, um mehr zu erreichen. Wir mussten aufhören, nur Unternehmer zu sein und anfangen, hochwertiges Fleisch zu importieren

Erster Importeur von Wagyu und Kobe in Europa

Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig. 2005 eröffnete die erste «Beefbar» in Monte Carlo, die als Schaufenster für seine exquisiten Fleischimporte diente. «Ich wusste, dass ich ein Restaurant eröffnen musste, um den Menschen zu zeigen, warum sie hochwertigeres und zugleich teureres Fleisch kaufen sollten», erklärt Giraudi seine damalige Strategie. 2014 wurde er zum ersten Importeur von zertifiziertem Wagyu- und Kobe-Rindfleisch in Europa.

Auf die Frage, wie er nach all dem Erfolg, motiviert bleibt, zeigt sich Giraudi bescheiden: «Ich denke nicht, dass ich schon einen riesigen Erfolg erreicht habe – ich stecke mittendrin.» Diese reflektierte Ader zeigt sich auch in seiner Einstellung. «Wenn ich nicht zur Arbeit gehen möchte, gehe ich nicht. Diese Freiheit habe ich mir erarbeitet», sagt er. «Früher hatte ich grosse Angst, alles zu verlieren. Aber ich habe gelernt, mich zu distanzieren und die Dinge gelassener zu sehen.» Heute setzt Giraudi also auf Selbstbestimmung und Gelassenheit, ohne dabei den Fokus auf seine Ziele zu verlieren.

Sein Erfolgsrezept für andere Gastronomen? «Die Leute sagen dir, dass es Regeln gibt – aber mit der Zeit machst du deine eigenen Regeln.» Besonders wichtig sei es ausserdem, Misserfolge als Teil des Erfolgs zu sehen. «Menschen sehen sowieso nur deine Erfolge, nicht deine Misserfolge. Sie sehen nur die Marken, die funktionieren. die anderen nicht.» Nach kurzem Nachdenken, gibt er einen weiteren wichtigen Ratschlag: «Wenn etwas nicht funktioniert, dann lass es sein. Ein Restaurant, das viel Geld verliert, wird sich selten zum Besseren wenden.» Man muss also den Mut haben loszulassen und sich auf neue Projekte zu konzentrieren.

Neues Pizza-Projekt

Apropos neue Projekte: Für die Zukunft hat der umtriebige Unternehmer bereits ein ambitioniertes Pizza-Konzept im Visier. Dafür hat er sich mit einem der grössten Pizzaproduzenten Italiens zusammengetan, der täglich 1,8 Millionen Pizzen herstellt. 700.000 davon werden im Holzofen gebacken, aber bisher nur in Supermärkten verkauft. Da es sich aber um hochwertige Produkte handelt, soll das neue Konzept weit über den traditionellen Einzelhandel hinausgehen. «Wir wollen Hotels und Restaurants beliefern und innovative Verkaufsautomaten einsetzen», erklärt Giraudi. «Es ist ein B2B- und B2C-Projekt zugleich. Ich verstehe den Luxusmarkt, und ich spüre, dass dieses Projekt genau das Richtige ist für mich. Hier kann sich meine Kreativität voll entfalten.»

Mit der Eröffnung in St. Moritz setzt Giraudi seinen Expansionskurs fort und beweist einmal mehr sein Gespür für exklusive Standorte. Die «Beefbar» reiht sich damit perfekt in sein Portfolio von Restaurantmarken ein, die von modern luxury bis casual cool reichen – ganz nach dem Motto: Für jeden Anlass die passende Location.


Don't miss out!

Sign up now for our newsletter.

 

Linda Carstensen
Linda Carstensen
Portalmanagerin Schweiz und Autorin
Mehr zum Thema
1 / 12