In diesem schwedischen Café führt eine KI den Betrieb
In einem Café in Stockholm übernimmt nicht ein Mensch die Leitung, sondern eine Künstliche Intelligenz namens »Mona«. Sie entscheidet über Speisekarte, Bestellungen und sogar Personalfragen.
In der schwedischen Hauptstadt Stockholm läuft derzeit ein ungewöhnliches Experiment in der Gastronomie. Ein Café wird dort nicht von einem klassischen Management, sondern weitgehend von einer Künstlichen Intelligenz gesteuert. Das System trägt den Namen »Mona« und basiert auf Technologie von Google Gemini. Entwickelt wurde das Projekt vom US-Startup Andon Labs.
Wer ist Mona?
Die Grundidee: Die KI soll das Café möglichst eigenständig führen – also so, wie es ein Geschäftsführer tun würde. Sie bekommt dafür nicht nur Aufgaben, sondern gleich das komplette »Paket«: Mietvertrag, Startkapital und Zugriff auf alle wichtigen Betriebsdaten. »Mona« kümmert sich unter anderem um die Speisekarte, wählt Lieferanten aus, bestellt Waren nach und organisiert sogar den Papierkram für Genehmigungen. Auch Personalentscheidungen wurden von »Mona« getroffen, die KI schaltete Stellenanzeigen auf Jobplattformen und führte Bewerbungsgespräche.
Zwischen Mensch und Maschine
Im laufenden Betrieb zeigte sich jedoch schnell, dass die Automatisierung nicht reibungslos funktioniert. Mitarbeitende berichten von ungewöhnlichen Entscheidungen bei Bestellungen, etwa großen Mengen an Produkten, die im Café kaum verwendbar sind. Ein Mitarbeiter berichtete zum Beispiel, dass die KI einmal rund 10 Liter Speiseöl sowie etwa 15 Kilogramm Dosentomaten bestellt habe. Solche Mengen passen eigentlich eher in eine Großküche als in ein kleines Café und sind dort im Alltag nur schwer zu verwenden.
Auch die Kommunikation der KI wird von Beschäftigten als Herausforderung beschrieben. »Mona« soll unter anderem Nachrichten zu jeder Tages- und Nachtzeit versenden, Urlaubswünsche nicht zuverlässig berücksichtigen und gelegentlich Anforderungen stellen, die aus menschlicher Arbeitsperspektive schwer einzuordnen sind.
Übernimmt jetzt die KI?
Die Projektverantwortlichen verstehen das Café ausdrücklich als Testumgebung. Im Mittelpunkt steht nicht nur die technische Leistungsfähigkeit der KI, sondern auch die Frage, wie sich Arbeitsverhältnisse verändern könnten, wenn digitale Systeme zunehmend Managementaufgaben übernehmen. Dabei geht es unter anderem um Verantwortung, Arbeitsrecht, Erreichbarkeit von Beschäftigten und Entscheidungsbefugnisse.