2,50 Euro für Cappuccino: Das steckt hinter »Plex Coffee« in Frankfurt und München
Ein Cappuccino für 2,50 Euro klingt in Metropolen fast wie ein Mythos. Doch in Frankfurt ist er zuletzt Realität geworden – serviert von einer Münchner Kette, die nicht nur günstig, sondern mit KI-Konzepten auch digital denkt.
Wie in vielen deutschen Städten kann auch in Frankfurt ein Cappuccino deutlich mehr kosten als ein belegtes Brötchen. Umso größer ist die Freude, seitdem Kund:innen im »Plex Coffee« im Westend für einen Flat White nur exakt drei Euro bezahlen müssen. Einen Preis, den man sonst eher aus Kleinstädten in Südeuropa kennt.
»Plex Coffee« ist ein Newcomer unter den Cafés. Erst vor rund einem Jahr gestartet, zählt die Kette inzwischen fünf Filialen – mehrere in München, nun eine in Frankfurt. Minimalistisches Design, viel Weiß, ein paar grüne Farbakzente als Markenzeichen und dazu etwas Kunst an den Wänden: Das Setting wirkt minimalistisch und ist eher gemacht für Laufkundschaft.
Geschmacklich bietet Plex Coffee solide Standardgetränke. Auf der Karte stehen etwa die gängigen Spezialitäten wie Espresso, Flat White und Americano. Aber auch Trend-Getränke wie einen Strawberry Matcha Latte oder Banana Bread Matcha haben sie im Angebot. Ergänzt wird die Auswahl durch Gebäck und Snacks, darunter ein mit Keksteig gefülltes Cookie-Croissant.
Digitaler Schlüssel zum Erfolg
Die Prozesse in den fünf Filialen profitieren vor allem vom hohen Digitalisierungsgrad im Backend. Seit Oktober 2025 setzt Plex Coffee ChatGPT Business ein, unter anderem für Schulungen, Wissensmanagement und organisatorische Prozesse. Laut Mitgründer Philipp Cheng wurde die Software eingeführt, um Abläufe zu vereinheitlichen und die Einarbeitung neuer Mitarbeitender zu verkürzen. In der Praxis bedeutet das: Informationen, Handbücher und Prozessanweisungen stehen zentral zur Verfügung. Rückfragen in internen Chatgruppen haben sich nach Unternehmensangaben dadurch deutlich reduziert und die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeitende konnte von mehreren Wochen auf wenige Tage verkürzt werden. Auch Analysen zu Nachfrageveränderungen oder Standortbewertungen sollen künftig mit KI unterstützt werden.
Potenzial für Kritik
Wie nachhaltig die Strategie ist, wird sich in Zukunft zeigen. Ähnliche Konzepte wie »LAP Coffee« stehen beispielsweise aufgrund ihrer extrem günstigen Preispolitik in Kritik. Vor allem von kleinen Röstereien und regionalen Cafés werden sie als Provokation wahrgenommen. Gleichzeitig schätzen viele Kund:innen, die einen schnellen Koffeinkick suchen, solche Angebote gerade in Zeiten steigender Kaffeepreise. Und die Strategie scheint sich zumindest bei der expandierenden »Plex Coffee«-Kette auszuzahlen.