Ist Coffee Omakase der neue Trend?
Coffee Omakase bringt kuratierte, mehrgängige Kaffee-Erlebnisse direkt in die Tasse. Schwappt der Trend aus Japan jetzt auch zu uns über?
Wenn man »Omakase« hört, denken die meisten zunächst an Sushi: ein kuratiertes Menü, bei dem der Koch die Auswahl trifft. Der Begriff kommt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt »Ich überlasse es Ihnen« – beim Essen heißt das, die Gäste vertrauen dem Koch und lassen sich von seiner Erfahrung und Expertise leiten. Dieses Prinzip scheint eine neue Bühne gefunden zu haben und zwar in der Welt des Kaffees. »Coffee Omakase« überträgt die Idee auf Specialty Coffee: Gäste lassen sich von Baristas auf eine mehrgängige, sensorische Reise führen, ohne selbst zu wählen.
Angefangen hat alles in Japan, wo Cafés das Omakase-Prinzip auf Kaffee übertrugen. Baristas wählen dort Bohnen, Zubereitungsarten, Temperaturen und die Reihenfolge der Gänge gezielt aus, um eine durchdachte, mehrgängige Verkostung zu schaffen. Institutionen wie »Koffee Mameya Kakeru« in Tokio gelten als frühe Vorreiter. In den USA locken Pop-ups wie »Komakase« in San Francisco mit fünf- bis neungängigen Menüs aus schwarzen Kaffees, Spezialkreationen und kleinen Snacks. Auch in Taipeh oder São Paulo zeigen Cafés, dass Coffee Omakase ein bewusstes, kuratiertes Erlebnis sein kann, das Handwerk, Kreativität und Sensorik vereint.
International hat sich das Format bereits etabliert, von Japan über die USA bis nach Taipeh und São Paulo. Im DACH-Raum steckt Coffee Omakase hingegen noch in den Anfängen. Während es in Österreich bisher keine Angebote gibt, findet man in Deutschland lediglich ein Café in München (»Kanso Coffee Lab«) und in der Schweiz ein Café in Zürich (»Commercial – The Project«), wo Gäste dem oder der Barista die Wahl überlassen – ganz im Sinne des japanischen Omakase-Prinzips. Dort kreieren die Baristas individuelle Kaffees oder führen die Gäste auf eine kuratierte, mehrgängige Geschmackserfahrung, bei der Auswahl und Reihenfolge komplett in ihrer Hand liegen.