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Die Ortschaft Barbaresco mit ihrem markanten mittelalterlichen Turm gab dem gesamten Anbaugebiet seinen Namen.

Die Ortschaft Barbaresco mit ihrem markanten mittelalterlichen Turm gab dem gesamten Anbaugebiet seinen Namen.
© Shutterstock

Die Sieger der Barolo, Barbaresco & Roero Trophy

Piemont
Rotwein
Tasting

Barolo und Barbaresco begeistern Weinliebhaber weltweit. Beide stammen aus dem südlichen Piemont, bei beiden ist die Nebbiolo-Traube die Grundlage – es gibt aber doch einige feine Unterschiede. Aktuell sind die Jahrgänge 2020 (Barolo) und 2021 (Barbaresco) im Handel.

Barolo und Barbaresco erlebten in den letzten Jahren einen Höhenflug sondergleichen. Dabei sind sie keine Weine, die sich dem Weinfreund unmittelbar erschließen. Beide wachsen in der Region Langhe, dem Hügelland um die Kleinstadt Alba im südlichen Piemont. Grundlage ist dieselbe Traubensorte: Nebbiolo. Sie erbringt Weine von relativ heller Farbe, feinem Duft nach Himbeere und Rosenblättern, hoher Säure und markantem Tannin.

Etwas sanfteres Tannin weisen die Weine aus dem Roero westlich von Alba auf, wo die Böden sandiger sind. Während Barolo und Barbaresco ausschließlich aus Nebbiolo bestehen dürfen, kann roter Roero bis zu fünf Prozent andere Sorten enthalten. Nebbiolo kennzeichnet eine ausgeprägte Lagencharakteristik. Bei Barolo und Barbaresco wurden klar umrissene Lagen definiert, im Italienischen kurz »MGA« genannt, ein Akronym für »Menzioni Geografiche Aggiuntive«. Dies sind die einzigen Lagenbezeichnungen, die am Etikett verwendet werden dürfen.

Musste man früher viele Jahre zuwarten, sind die Weine durch Veränderungen im Anbau und Änderungen im Keller inzwischen deutlich früher genussreif, ohne dabei an Langlebigkeit einzubüßen. Von Gaumenschmeichlern sind sie trotzdem weit entfernt – Barolo und Barbaresco brauchen Reife. Vor allem aber benötigen sie eine Speisenbegleitung in Form von fett- oder proteinreichen Gerichten. Wenn alles stimmt, bieten sie ein grandioses Genuss­erlebnis.

Barolo

Leuchtendes, edles Rubinrot mit dezent aufhellendem Rand. In der Nase zunächst edle erdige Noten nach Trüffel, dann kandierte Kirsche, ein Hauch Siegellack, Sardellen, Rosmarin,...
Barolo, Italien
Leuchtendes Rubingranat. Sehr üppige und ansprechende Nase nach Blutorange und Granatapfel auf der einen Seite, viel Himbeere und Zwetschke auf der anderen, spannendes Spiel....
Barolo, Italien

Gebietsprofil


Die Weine

Barolo, Barbaresco, Roero – alle drei zählen zu den kraftvollen, strukturierten Rotweinen. Barolo muss mindestens vier Jahre im Keller reifen, Barbaresco kann schon nach drei Jahren in den Handel. Bei Roero verkürzt sich die Mindestreifezeit auf zwei Jahre.

Die Sorte

Weine aus Nebbiolo haben eine etwas hellere Farbe, zeigen neben Rubin- immer auch Granatnuancen. Charakteristisch ist der Duft nach Himbeeren, Zwetschgen und Lakritze. Am Gaumen überraschen sie durch kraftvoll ausgeprägtes Tannin und eine akzentuierte Säure. Nebbiolo-Weine können sehr langlebig sein.

Barbaresco

Leuchtendes Rubin mit breitem Granatrand. Spannende Nase mit Aromen nach Rosen und Preiselbeeren, dann viel reife Waldhimbeere, unterlegt von feinen Gewürzkomponenten. Stoffiges,...
Barbaresco, Italien
Glänzendes Rubin mit feinem Granatschimmer. Sehr klare und intensive Nase mit Noten nach dunklen Rosen, reifen Waldhimbeeren, dazu etwas Chinarinde und Lakritze. Gewichtig und...
Barbaresco, Italien
Kraftvolles, leuchtendes Rubingranat. Sehr klare und einprägsame Nase mit Noten von frischer Kirsche über knackige Himbeere, Blutorange bis zu Granatapfel. Füllt den Gaumen...
Barbaresco, Italien

Erschienen in
Falstaff Magazin Deutschland Nr. 8/2024

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Othmar Kiem
Othmar Kiem
Direktor Falstaff Italien
Simon Staffler
Simon Staffler
Direktor Falstaff Italien
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