Falstaff Barguide 2026: Das sind die besten Bars und Bartender Österreichs
Cheers, Österreich – der neue Falstaff Barguide ist da! Entdecken Sie die spannendsten Orte für flüssigen Genuss in Österreich.
Über 2300 Cocktailbars und 700 Weinbars aus dem deutschsprachigen Raum standen für die Bewertung durch die Falstaff-Community zur Wahl. Die insgesamt 1000 Cocktailbars und 500 Weinbars mit den besten Bewertungen haben es in diesen Guide geschafft. Da bei Cocktailbars und Weinbars unterschiedliche Bewertungskriterien zur Anwendung kommen, wurde in zwei separaten Votings abgestimmt.
Bewertet hat – wie von anderen Falstaff-Guides gewohnt – die Falstaff-Community. Zudem gab es eine Fachjury aus Insidern: Personen, die hauptberuflich mit Bars, Weinbars und Trinken zu tun haben, und freiberufliche Barflies.
FALSTAFF BARGUIDE 2025 BESTELLEN
Der neue Falstaff Barguide ist ab sofort im Online-Shop und als E-Paper erhältlich.
In verschiedenen Kategorien, darunter »Neueröffnung des Jahres«, »Barfrau des Jahres« und viele mehr, wurden zahlreiche Auszeichnungen verliehen. Falstaff gratuliert allen Ausgezeichneten 2026!
Die besten Cocktailbars
American Bars des Jahres
Dino's Apothecary Bar, Wien
Ein erster Blick lässt vermuten, dass diese Bar immer schon da war. Und in gewisser Weise stimmt das ja auch, denn schon vor dem stilvollen Umbau wirkte Wiens »Barmazeut« Heinz Kaiser hier. Daher gibt es große Klassik, vertraute Kreationen (»Gimlet Caprese«) und neue Würfe, die sich gern der südamerikanischen Spirituosenwelt verschreiben. Agave war hier schon »in«, als man Mezcal anderswo noch buchstabieren musste.
Tür 7, Wien
Zehn Jahre Wohnzimmer mit Stil und ohne Getränkekarte. Das Jubiläum von »Geri« Tsais Maßschneiderei für Drinks ruft einem zwei Dinge in Erinnerung: die starke Kontinuität am Tresen (nur ein Mitarbeiterwechsel!) und die permanente Verbesserung der Performance in der Josefstadt. Lobmeyr-Gläser aus dem Froster, Stehbar und Champagnertresor erweiterten das großartige Angebot auf kleinem Raum. Unique!
1010 Wien
Österreich
Neueröffnung des Jahres
Kleinod am Ring, Wien
Die Erweiterung des Kleinod-Reichs war eigentlich schon im Vorfeld als Eröffnung des Jahres absehbar. Wie der guten, alten Comida von Salar Gerami neues Leben eingehaucht würde, beschäftigte die Barflies. Das opulente Ergebnis reiht sich im internationalen Designformat als bislang größtes Haus der prägenden Wiener Gruppe ein. Dass man dank der Küche noch länger bei »Pink Mojito« und »Pineapple Negroni« verweilen kann, feiert Wien.
1010 Wien
Österreich
Hotelbar des Jahres
Theo's Lounge & Bar, Wien
Nun hat die Bar im Palais-Hotel wieder jenen Platz erhalten, der ihr gebührt. Denn statt im Seitentrakt versteckt, wird nun direkt in der Lobby vom Team um Arvid Polivka geschüttelt und gerührt. Der Name von Ringstraßenarchitekt Theophil Hansen inspiriert und verpflichtet zu ästhetischen Serves, etwa einer blassrot schimmernden »Paloma«, die zu den besten Wiens gehört. Äußerst gelungener Reboot!
1010 Wien
Österreich
Restaurantbar des Jahres
Senns Bar, Salzburg
Das ging schnell. Kaum hatte sich der Sternekoch für eine Bar im ehemaligen Empfangsraum des Restaurants entschieden, stand mit Stani Fürst auch der ideale Kandidat in der ehemaligen Glockengießerei. Der Tüftler, der aus der Burdock ins Senns wechselte, schöpft die Möglichkeiten der Profiküche bei seinen Kreationen so richtig aus. Und überrascht den Gast mit unkonventionellen, flüssigen Amuse-Bouches.
Bar-Juwel des Jahres
Frau Dietrich, Linz
Der Umzug im Herbst läutet eine neue Phase der bewegten Geschichte der »Dietrich« ein. Doch ob Rooftop oder – wie früher – als Speakeasy im alten Bürgerhaus: Längst bereichert das mixologische Team um Michael Kreuzer das Nachtleben um kreative Cocktails, spaßige Aktionen und eine Spirits-Selection von Rang. Kurz: eine sichere Adresse in der Stahlstadt, auch wenn sich Türschild und Stockwerk geändert haben!
4020 Linz
Österreich
Rooftop-Bar des Jahres
Organics Sky Garden, Wien
Eine Pop-up-Location als Lebensgefühl: Im fast dschungelartig grünen Ambiente lässt es sich herrlich über die Innenstadt blicken. Das ist schon einmal ein guter Grund, hier Gast zu sein. Vor allem aber sorgen Highballs rund um die namensgebenden Filler aus dem Hause Red Bull für leichte und erfrischende Drinks. Wenn dann noch die Beats des DJs erklingen, dann ist wieder Summer in the City angesagt!
1010 Wien
Österreich
Speakeasy des Jahres
The Chapel, Wien
Ein Gag kann sich abnutzen, gute Drinks aber nie. Und so hat es die Bar hinter dem gar nicht mehr sooo geheimen Eingang geschafft, auch Jahre nach der Eröffnung relevant zu bleiben. Die witzige Karte zeigt man gern Freunden, zumal Marius Willenbücher auch nicht müde wird, neue »sündige« Kreationen zu erfinden. Damit es bei der nächsten »Beichte« in Rudolfsheim-Fünfhaus heißt: »Ich bekenne, ich habe einen nachbestellt!«
1150 Wien
Österreich
Tagesbar des Jahres
Pier 69, Bregenz
Dass man sich vom fernen Westen aus einen Namen in der österreichweiten Barszene macht, ist leider immer noch selten. Doch die wettbewerbsstarke Crew aus Bregenz hat es mit Fleiß und Beharrlichkeit geschafft – und lässt ihre Talente beim Day Drinking genauso aufblitzen wie im Rahmen der Cocktail-Competitions. Highballs, Spritz und Co. machen das Seeufer zur mediterranen Genusszone. All day long!
6900 Bregenz
Österreich
Barkarte des Jahres
SHF Bar, Fiss
Ein Refugium, in dem man sich Zeit nimmt, hat die Chance, Ungewöhnliches anzubieten. Sam Lutz als außergewöhnlicher Gastgeber schöpft aus dem Vollen: Champagner, Kuba-Rum und (Japan-)Whisky-Schönheiten, bei denen man sich die Augen reibt. Die Raritäten werden gepflegt und setzen keinen Staub an. Die Hälfte der Karte machen zudem Signature Drinks des motivierten Teams aus – eine Freude, das zu sehen. Und vor allem zu kosten!
Barfrau des Jahres
Berit Glaser
Dass sie Teil der »Vogelfrei OG« ist, passt bestens. Denn als Model, Schauspielerin und Buchautorin (»Vulvarine«) entzieht sich die gebürtige Tirolerin allen Klischees. Und so präsentieren sich auch die Drinks für die beiden Bars – »Miranda« und »Olinda« –, die Berit Glaser als eine von zwei Frauen im siebenköpfigen Kollektiv mit entwickelt. Und zum zehnten Geburtstag der »Miranda« darf man sie einmal vor den Vorhang bitten.
Bartender des Jahres
Marco Pani
Die Urgesteine der Wiener Barszene hinterm Tresen werden weniger. Umso erfreulicher also, dass sich Marco Pani (endlich, sagten viele Fans) in der »Bar Pani« an der Lände neu erfunden hat. Wie er das – nach »Bar Italia«, »Procacci« und »Luster« beispielsweise – tut, ist aber noch einmal so großartig: Vinyl-Klänge, simpelste Möbel und der Fokus liegt klar auf den Cocktails. So geht ein prägender Barmann in den neuen Frühling. Pardon, Marco: primavera.
Rookie-Bartender des Jahres
Nora Fritz Herrmann
Sie war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Mit dem unverdrossen im »Cuisine Style« experimentierenden Philipp Cortez als Chef blühte das Talent von Nora Fritz Herrmann auf. Ihr Händchen dafür, unkonventionelle Aromen – unter anderem aus der Mongolei – einzubauen, macht sie zu einer der überraschendsten Bartenderinnen Wiens. Applaus gibt es dafür bei Wettbewerben, den Nutzen haben aber ihre Gäste im »Miss Saigon«.
Barteam des Jahres
Kleinod-Gruppe
Als Kaderschmiede für das Wiener Nachtleben erweist sich das gewaltige Team der Bargruppe um Alexander Batik, Oliver Horvath, Philipp Scheiber und David Schober seit Langem. Aktuelle Talente wie Adrienne »Barginger« Tschaudi unterstreichen den ungebrochen kreativen Spirit und den außergewöhnlichen Korpsgeist der gesamten Kleinod-Truppe, ganz ungeachtet ihrer jeweiligen Arbeitsorte in diesem Getränkeimperium.
Lebenswerk
Alois Gölles
Vom kleinen Reiferaum im Nebengebäude des Hofs entwickelte sich die Essig- und Schnapsproduktion von Alois Gölles zu einer Schaumanufaktur, die heute quasi ein Muss für Touristen darstellt. Diese Veränderung der Wirkungsstätte Gölles’ zeigt aber auch den Imagewandel des Vulkanlands auf – mehr noch: Ohne seine Lebensleistung würde man das auch international gefragte Genussalphabet heute anders buchstabieren. Nämlich ohne A wie »Apfelbalsam« und »Alte Zwetschke«. Letzteren darf man als Gamechanger der heimischen Spirituosenwelt betrachten. Dass man nur aus gesundem Obst die besten Destillate erzeugen kann, war den »Quinta Essentia«-Brennern als Erstes klar geworden. Dass solche Qualitäten auch das Zeug zur Fassreifung hatten, war nur die logische Folge. Und dass sich aus dieser Erkenntnis mit der Whisky- Leidenschaft von Sohn David eine neue Generation an südoststeirischen Bränden ergeben sollte, ist wohl die schönste Bestätigung für den Qualitätsfanatiker und Weinkenner Alois Gölles. Darauf darf man ruhig mit einer »Alten Zwetschke«, einem fassstarken Pfirsich oder dem noch rareren Holunderbrand sein Glas erheben!
Brennerei des Jahres
Destillerie Farthofer
Dass Josef Farthofer eine Sonderstellung in der heimischen Brennerszene einnimmt, erkennen auch Abstinenzler und simple Passanten. Denn das »Chinaschilf« (alias Miscanthus) wächst unübersehbar am Weg nach Biberbach. Mit ihm wird – gemeinsam mit Hackschnitzeln aus den Wäldern der Familie – die einzige, ausschließlich mit Biomasse betriebene Mälzerei Österreichs – vielleicht sogar des gesamten deutschsprachigen Raums – gefüttert. Sein eigenes Malz, noch dazu energieautark, zu erzeugen, war ein Meilenstein. Der Mostviertler ist damit eine große Ausnahme.
Bekannt geworden mit dem »weltbesten Wodka«, widmet sich der versierte Agrarvermarkter schon seit langem raren Getreiden. »Vom Feld in die Flasche«, wie Farthofer es nennt, kommt etwa Nackthafer oder Brauweizen. Sechs Getreidesorten auf 45 Hektar und eigenes Quellwasser liefern immer neue Ideen für die seit einigen Jahren voll angelaufene Whisky-Erzeugung. Fruchtbrände, der gespritete Birnen-Obstwein (»Mostello«) und natürlich Wodka und Rum – allesamt in Bioqualität – haben den Öhlinger in knapp mehr als 20 Jahren zu einem der auch quantitativ »großen« Destillateure des Landes gemacht.
Produkt des Jahres
Sarti Rosa
Wer hätte das gedacht? Die Claims in Sachen italophilem »Spritz« schienen abgesteckt, bis der Newcomer eine neue Note in das eine Milliarde »Serves« starke Segment brachte. Genauer gesagt eine Geschmacksrichtung: Denn Passionsfrucht (aktuell ja auch im »Porn Star Martini« ein Hit!) ist hier die ideale Ergänzung zu den Agrumen klassischer Aperitifliköre. Und daher sieht man diese Saison Sarti allüberall!
Cocktail des Jahres
Daiquiri
Die karibische Dreifaltigkeit ist schon seit Jahrhunderten bestens etabliert: Bestehend aus Limette, Zucker und Rum bildet sie die DNA etlicher Mixgetränke. Der bereits im 19. Jahrhundert bekannte Canchánchara, aber auch der von Francis Drakes Seeleuten getrunkene »Punch« aus Zitrussaft und Rum (alias »Drakecito«) sind Beispiele dafür. Daraus entwickelte sich das mittlerweile ikonische Rezept – fünf Tropfen Maraschino sind einfach Pflicht für den Daiquiri aus der El Floridita Bar in Havanna. Ob es der US-General William Rufus Shafter oder Minen- Ingenieur Jennings Stockton Cox war, der den Namen des Orts Daiquirí als Bezeichnung für den Drink ersann, ist unerheblich. Viel entscheidender ist die kurze, aber auf den Punkt gebrachte Beschreibung, die Cocktailhistoriker Jared Brown formuliert hat: »It’s the quintessential Rum Sour.« Als solcher hat der Daiquiri die Bar zurückerobert. Denn natürlich muss heute nicht mehr unbedingt die – in Europa ohnehin oft nur schwer in Spitzenqualität erhältliche – Limette die Säurequelle darstellen. Kreative Twists von Ananas bis Verjus laden geradezu ein, die Kuba-Reise mit unterschiedlichem »Gepäck« anzutreten.
Champagnercocktail des Jahres
Punch Romaine
Ursprünglich eine Art Luxusversion des Gaumenreinigers Sorbetto, haben zwei sehr unterschiedliche Momente den auch als »Punch Roma« bekannten Drink populär gemacht. Viele TV-Fans haben das Rezept gegoogelt, nachdem Mads Mikkelsen ihn in der Titelrolle der Serie »Hannibal« für Professor Sogliato zubereitet hat.
Genau 103 Jahre zuvor hatte der Punch Romaine seinen Auftritt an Bord der RMS Titanic: Zwischen den Gängen Lamm mit Minzsauce und Jungtaube mit Kresse wurde der Drink aufgetragen. Aufgrund des fixen Platzes in der Menüfolge wurde das Rezept auch dem großen Auguste Escoffier zugeschrieben, doch der Name dürfte ein Hinweis auf eine ältere Zubereitung in Italien sein. Daher gilt auch Napoleon als jener Mann, der die Mischung aus Zitroneneis, Merengue und Alkohol über die Alpen geholt haben soll.
Wie auch immer die Geschichte korrekt lauten mag: Heute kombiniert man in der Regel Champagner, Rum und Zitrusliköre zu diesem köstlichen Mix. Und der muss keineswegs als Zwischengang im Menü serviert werden – auch Hannibal Lecter reicht ihn schließlich als Aperitif.
Spirituose des Jahres
Weisser Rum
So kompakt die Cocktailszene der drei deutschsprachigen Länder von außen betrachtet scheint, so markant können die Unterschiede ausfallen. Die Schweiz hält beispielsweise einem Rum die Treue, der sich nicht nur mit »h« schreibt, sondern als »Rhum agricole« auch das Zeug hat, Vorurteile gegen weißen Rum zu widerlegen. Und er tut das im wahrsten Sinn des Wortes kräftig. Denn ein ungelagerter Brand aus »Cane Juice« oder Melasse muss nicht zwangsläufig neutral schmecken.
Dass man – privat oder in den Bars – aktuell die gesamte Kategorie des weißen Rums neu entdeckt, liegt nämlich auch an den hohen Qualitäten, die längst nicht nur aus dem karibischen Raum stammen müssen. »White rum« oder »Blanco« aus der Republik Südafrika oder Mexiko hat – ebenso wie die neuen Destillate auf Melassebasis aus Deutschland – seine absolute Berechtigung. Der Boom des fassgelagerten Rums hat nach der Pandemie dazu beigetragen, auch die Neugier auf das Original dahinter, den weißen Rum, zu erhöhen. Und mit den klassischen Cocktails wie einem Daiquiri kann man hier ja auch wahrlich Nuancen entdecken.
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