»Früher waren die Currywürste größer«: So reagiert »Curry Wolf« auf Ungarns Premier
Nach dem Treffen mit Friedrich Merz stand für Ungarns Premierminister Péter Magyar noch ein persönlicher Pflichttermin auf dem Programm: Currywurst. Vor dem »Adlon« gönnte sich der Politiker somit den Berliner Klassiker – und war ein wenig verblüfft.
Wenn vor einer Currywurstbude am Brandenburger Tor plötzlich Personenschützer auftauchen, wandern die Blicke zwangsläufig vom Pappteller zur Warteschlange. Hat sich da etwa ein Promi an eine Imbissbude verirrt? Der Grund für die ungewöhnliche Aufmerksamkeit ließ nicht lange auf sich warten: Ungarns Premierminister Péter Magyar wollte sich nach seinem Treffen mit Friedrich Merz eine Currywurst gönnen.
Sein Ziel war »Curry Wolf«, der Imbiss direkt gegenüber dem »Hotel Adlon«. Doch für den ungarischen Regierungschef wurde der kurze Zwischenstopp nicht nur zur kulinarischen Stärkung, sondern auch zu einer kleinen Reise in die Vergangenheit. In einem auf Instagram veröffentlichten Video erinnert sich Magyar an seine Zeit als Erasmus-Student in Hamburg Anfang der 2000er-Jahre. Damals aber, so seine freche Bemerkung, seien die Currywürste größer gewesen als die, die nun vor ihm auf dem Pappteller lag. Eine beiläufige Beobachtung, die dem Berliner Imbissbetreiber inzwischen zahlreiche Nachfragen eingebracht hat. Ist da etwas dran?
Betreiber reagiert
Mathias Wolf nimmt die Sache gelassen. Die Berliner Currywurst seines Hauses sei über die Jahre unverändert geblieben, erklärt er. Länge und Gewicht hätten sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht verändert. Man arbeite nach wie vor mit demselben Berliner Familienbetrieb zusammen und halte an den bewährten Rezepturen fest.
Ob die Currywürste während Magyars Hamburger Studienzeit tatsächlich größer waren, lässt sich heute nur schwer beurteilen. Erinnerungen haben bekanntlich ihre eigenen Maßstäbe. Was vor mehr als zwanzig Jahren zwischen Vorlesungen, Mensa und Studentenleben gegessen wurde, wirkt im Rückblick etwas größer und aus nostalgischen Gründen vielleicht etwas besser.
Wolf will dem Besuch ohnehin keine politische Bedeutung beimessen. Die Berliner Currywurst sei ein »eher unpolitischer, menschenverbindender und für jeden offener Snack«, sagt der Gastronom gegenüber der Berliner Zeitung. Wer an den Tresen tritt, bekomme dieselbe Wurst serviert, egal ob Tourist, Stammgast oder Regierungschef.