Ein Gebiet mit langer Geschichte; schon vor 2.500 Jahren haben die Kelten hier Wein angebaut.

Ein Gebiet mit langer Geschichte; schon vor 2.500 Jahren haben die Kelten hier Wein angebaut.
© ÖWM / WSNA

Gebiet der rosa Eule: Ein Streifzug durch Rosalia DAC

Roséwein
Weinbau
Burgenland
Mittelburgenland

Seit dem Jahr 2018 ist Rosalia nicht mehr die Bezeichnung für eine burgenländische Großlage, sondern für ein eigenständiges Weinbaugebiet mit geschützter Herkunft. Mit einer Rebfläche von 239 Hektar ist Rosalia DAC nun Österreichs kleinste Appellation. Rund die Hälfte der Rebberge ist mit Blaufränkisch bestockt, Zweigelt ist die Nummer zwei. Aus diesen beiden Sorten kommen DAC-Weine als Rosé- und Rotweine auf den Markt.

Das kleine Weinbaugebiet im burgenländischen Bezirk Mattersburg bildet die Brücke zwischen dem Leithaberg DAC im Norden und dem Mittelburgenland DAC im Süden des Bundeslandes. An der Ostflanke des Rosaliengebirges, das die Grenze zu Niederösterreich im Westen bildet, nutzten schon die Kelten die optimalen Bedingungen der fruchtbaren Lehmböden in Verbindung mit dem warmen pannonischen Klima für den Weinbau. 

Die Weingärten finden sich unregelmäßig verstreut auf einer gedachten Linie zwischen Wiener Neustadt und Sopron, beginnend von Neudörfl rechts der Leitha und zwischen Bad Sauerbrunn und Pöttsching. Der nächste Nukleus liegt rund um Sigleß, das Gros der Weinberge befindet sich im Wulkatal zwischen Mattersburg und Wulkapro­dersdorf mit Pöttelsdorf als Zentrum. Kleine Gebiete befinden sich um den Marzer Kogel sowie bei Schattendorf oder Baumgarten. Die Böden von Rosalia DAC sind sehr heterogen: Sie sind im Südwesten aus kristallinen Gesteinen aufgebaut, daran schließen gegen Nordosten immer jüngere Neogen-Sedimente des Wiener Beckens an. Die Abfolge beginnt mit grobem Blockwerk in sandig-lehmigem Bindemittel, die von tonig-schluffigen, untergeordnet kiesigen Sanden überlagert werden. Darauf liegen die Weingärten südlich und westlich von Mattersburg und jene bei Draßburg. 

Auch die tiefen Lagen von Walbersdorf, vom Marzer Kogel und fast bis Schattendorf gründen auf diesen Ablagerungen des ehemaligen Meeres, das vor etwa 16 bis 12 Millionen Jahren den Saum des Rosaliengebirges umspülte. Gegen Norden und Nordosten schließt daran ein Streifen etwas jüngerer, wiederum vorwiegend sandiger Ablagerungen und daran noch einmal geologisch jüngere sandige Sedimente, die bereits Ablagerungen des ehemaligen Pannonischen Sees repräsentieren. In diesen Bereichen liegen die Rieden von Pöttelsdorf, Sigleß, Bad Sauerbrunn und die nördlich Antau gelegenen Weingärten.

Rote Sortendominanz

Die facettenreichen Terroirs ermöglichen eine große Vielfalt an Sorten, die vom warmen Klima und den kühlen Nächten im Sommer aromatisch profitieren. Die Region ist bekannt für ihre kräftigen, würzigen Rotweine, die Sorte Blaufränkisch nimmt die Hälfte der vorhandenen Weingärten ein, gefolgt von Blauem Zweigelt. Nur ein Viertel der Anbaufläche wird für die Produktion von Weißweinen herangezogen, hier ist der Grüne Veltliner die klar dominierende Sorte, gefolgt von Chardonnay, Sauvignon Blanc, Welschriesling und Weißburgunder. 

Für die Erzeugung von DAC-Wein kommen allerdings nur Zweigelt und Blaufränkisch für Rotwein in Betracht, die DAC-Rosé-Weine mit geschützter Herkunft können aus einer oder mehrerer Qualitätsrotweinsorten hergestellt werden. Unterschiedlich sind hier die Voraussetzungen für die Einreichungen zur Prüfnummer. Für den Rosalia DAC Rosé und den roten DAC-Gebietswein ist der erste auf das Erntejahr folgende Jänner der Stichtag. Deutlich länger gereift müssen die Rotweine sein, die als Ortsweine oder Riedenweine mit DAC vermarktet werden, hier ist es der erste November im Jahr nach der Ernte.

Die rosarote Eule

Zum Aushängeschild haben die Winzer des jungen Rosalia DAC die Herstellung von hochwertigen Rosé-Weinen aus Blaufränkisch & Co erkoren, die seit 2023 unter dem Namen »The Origin of Rosé« mit einem stylischen Eitkett den Markt erobern. Die lachsroten Weine sind einerseits geprägt von Frische und rotbeeriger Frucht, zeigen andererseits auch die Ernsthaftigkeit eines komplexen Weines, der sehr gut als Speisenbegleiter fungieren kann. Als DAC-Weine dürfen diese Rosés maximal einen Restzucker von vier Gramm besitzen, die Rosalia-DAC-Rosé-Weine stehen also für einen straffen, mineralischen Stil und fallen oft – wie die Klassiker aus der Provence – durchaus kräftiger aus. Mit ihrem Fokus auf Rosé behaupten die Winzer hier (mit einigem Recht):

In der Region Rosalia ist der Rosé zuhause, viel mehr noch, hier ist nicht nur der Ursprung des Rosé-Weins, hier liegt auch dessen Zukunft in Österreich.

Und was hat das alles mit der Eule zu tun, die man auf jeder Etikette der modern gestalteten Gemeinschafts-Etikette der Rosé-Weine und im Logo der DAC-Weine bewundern kann? Es ist die seltene Zwergohreule, die als inoffizielles Wappentier der Weinregion Rosalia DAC fungiert. Der Vogel, der in den Streuobstwiesen der Rosalia brütet, verkörpert perfekt die Werte der Winzer, ihren Anspruch an nachhaltiges Wirtschaften und ihre Verbundenheit mit der Natur.

Individuell und kooperativ

Der schon wegen seinen Dimensionen wichtigeste Betrieb heißt Domäne Pöttelsdorf, hier wird von Kellermeister Markus Kurz, der im Jahr 2000 seinen Vater Rainer in dieser Funktion beerbt hat, die Ernte von mehr als 100 Hektar verantwortet. Gemeinsam mit Marketingfachfrau Sabine Schandl hat er den Traditionsbetrieb neu aufgestellt. Ein weiterer bekannter Betrieb ist jener von Alex und Thomas Fischer aus Zemendorf-Stöttera, die Familie besitzt auch rund 80 Hektar Weingärten in Ungarn. Stefan Lassl aus Sigleß ist ein Vertreter der jungen Winzergeneration, ein kunstsinniger Weinbauer mit Sinn für Tradition und Innovation. Erich und Anni Migsich führen den Familienbetrieb in Antau in bereits dritter Generation, der Winzer ist bekennender Technik-Fan und bekannt für seinen stoffigen Weinstil. Die Brüder Anton, Lukas, Klemens und Michael Piribauer – man nennt sie auch die »Vier Musketiere aus Neudörfl« – betreiben nicht nur ein beliebtes Heurigenlokal, sondern produzieren auch erstklassige regionaltypische Weine. Ebenfalls in Neudörfl befindet sich das Weingut von Franz Steiger, auch er bietet seine Kreszenzen beim Heurigen an. Wie auch die Brüder Günter und Hans Waldherr, deren zum Bio-Weingut gehörende Buschenschank bereits 1925 seine Pforten öffnete. Das Weingut der Familie Döller liegt eigentlich in Katzelsdorf in Niederösterreich, aber ihre Rieden befinden sich in Pöttsching und dürfen daher natürlich als Rosalia-DAC-Weine angeboten werden. 

Gemeinsam haben diese acht Leitbetriebe der Region den Rosé-Wein »Rosalia DAC – The Origin of Rosé« mit der unverwechselbaren Eule-Marke. Und die Region kann mehr als »nur« Wein: In Pöttelsdorf erzeugt etwa Hans Bauer nicht nur feine Weine, sondern auch seinen Wulka-Procciutto, einen am Knochen gereiften Rohschinken, der ideal zu den würzigen Roten der Region mundet.

Best of Rosalia DAC

Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Feine Edelholzwürze, zart nach Brombeeren, ein Hauch von Orangenzesten, Vanille klingt an. Saftig, extraktsüß, ein Hauch von Nougat, süßes Tannin, Zwetschkentouch, schokoladiger Nachhall, guter Speisenbegleiter.
Burgenland, Österreich
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, opaker Kern, zarte Randaufhellung. Reife Zwetschken, Edelbitterschoko, feine Holzwürze, ein Hauch von Orangenschalen, Cassis klingt an. Saftig, kraftvoll, präsentes, zart süßes Tannin, feinwürzig, schwarze Kirschen im Abgang, wird von Flaschenreife profitieren.
Rosalia, Österreich
Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, zarte Randaufhellung. Zart floral, feine Holzwürze, frische dunkle Waldbeeren, ein Hauch von frischen Feigen. Komplex, saftig und mit reifen Kirschen ausgestattet, runde Tannine, schokoladige Textur, zeigt gute Frische, bleibt gut haften, ein stoffiger Speisenbegleiter mit gutem Entwicklungspotenzial.
Rosalia, Österreich
Helles Lachsrosa, silberfarbene Reflexe. Feine Kirschfrucht, ein Hauch von roten Waldbeeren, kandierte Orangenzesten, etwas Blütenhonig. Saftig, elegant, feine Fruchtaromatik nach Steinobst, finessenreicher Säurebogen, gut anhaftend, zeigt Länge, verfügt über Potenzial.
Rosalia, Österreich
Helles Altrosa, silberfarbene Reflexe. Zart Holzwürze, etwas Biskuit, einlegte Kirschen, Vanille, zart nach Lakritze. Kräftig, saftig, zart nach gelber Tropenfrucht, etwas Marzipan, integriertes Säurespiel, balanciert und anhaftend, ein facettenreicher Speisenbegleiter.
Rosalia, Österreich
Helles Lachsrosa, zarter Kupferschimmer. Rotbeerige Nuancen, ein Hauch von Kirschen, einladendes Bukett. Stoffig, weißer Pfirsich, frisch strukturiert, cremige Textur, feine Mineralität, saliner Abgang, bleibt gut haften.
Rosalia, Österreich
Mittleres Lachsrosa, Messingnuancen. Zart nach Orangenzesten, gelbe Tropenfrucht, mit eingelegten Kirschen unterlegt. Kraftvoll, stoffig, ein Hauch von hellem Stollwerck, feines Säurespiel, bleibt haften, rotbeeriger Touch im Nachhall.
Rosalia, Österreich
Helles Lachsrosa, zarter Kupferschimmer. Rotbeerige Nuancen, ein Hauch von Kirschen, einladendes Bukett. Stoffig, weißer Pfirsich, frisch strukturiert, cremige Textur, feine Mineralität, saliner Abgang, bleibt gut haften.
Rosalia, Österreich
Helles Lachsrosa, zarter Kupferschimmer. Rotbeerige Nuancen, ein Hauch von Kirschen, einladendes Bukett. Stoffig, weißer Pfirsich, frisch strukturiert, cremige Textur, feine Mineralität, saliner Abgang, bleibt gut haften.
Rosalia, Österreich

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Erschienen in
Falstaff Nr. 04/2024

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Peter Moser
Peter Moser
Chefredakteur Wein
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