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Österreicher in Zürich: Perfektes Schnitzel, wildes Konzept

Was mit einem Kuhstall in Witikon begann, ist heute eine der spannendsten kulinarischen Erfolgsgeschichten in Zürich. Christian Krahnstöver beweist mit seiner Restaurantlinie «Der wilde Kaiser»: Österreichische Küche kann auch anders – wild, innovativ und dennoch traditionsbewusst.

«Es gibt nichts, was zu wild und zu verrückt ist, um es nicht auszuprobieren», beschreibt Christian Krahnstöver die Philosophie von sich und seiner Frau Nicole. Diese Einstellung prägt nicht nur ihren Alltag, sondern spiegelt sich auch in der bemerkenswerten Entstehungsgeschichte ihrer Marke «Der wilde Kaiser» wider. Was 2018 als spontane Idee im Rahmen des Dorfmarkts in Witikon begann, hat sich zu einem 30-köpfigen Unternehmen mit mehreren Standorten entwickelt.

Nicole und Christian.
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Nicole und Christian.

Die Corona-Krise, für viele Gastronom:innen eine existenzielle Bedrohung, wurde für das Ehepaar zum Sprungbrett. «Wir hatten so viel Zeit wie noch nie», erinnert sich Christian. «So kauften wir uns mitten in Corona einen froschgrünen Food Truck und begannen, österreichisches Streetfood anzubieten.» «Nach» Corona kaufte das Paar Secondhand-Gartenmöbel, um vor den Food Truck zu stellen. Ein lauschiger Platz unter einer Hängebuche mit 60 Sitzplätzen entstand – und aus dieser improvisierten Idee entwickelte sich schrittweise ein umfassendes Gastronomie-Konzept, das heute drei – Standorte umfasst: Das «Wia z`Haus» in Egg, die «Wienzeile» am Zähringerplatz in Zürich, und seit Mitte Januar die «Landliebe» im ehemaligen «Frohberg» in Stäfa, wo alpine Küche mit lokalen Einflüssen serviert wird. Danach geht es weiter mit einem neuen Pop-up «Beisl 2.0». Christian Krahnstöver ist unermüdlich.

Die verschiedenen Lokal-Typen
Das Konzept des «Beisl» hat seinen Ursprung in Wien. Das Wort steht dort für ein typisches Quartierlokal, während man in der Schweiz wohl am ehesten von einer «Quartiersbeiz» spricht. Einst war das klassische Wiener Beisl ein Treffpunkt für Künstler, Dichter und Exzentriker , die in entspannter Atmosphäre diskutierten, kühne Pläne zu schmiedeten, guten Wein tranken und die Wiener Küche genossen.
Ein österreichisches Wirtshaus hingegen ist eine traditionelle, oft ländlich geprägte Gaststätte. «In Egg haben wir den perfekten Standort dafür gefunden». Das «Wia z`Haus» bietet klassische pannonische Küche – eine kulinarische Reise durch Ungarn und Böhmen, Sissis Lieblingsregion.
Die sogenannten Wienzeilen in Wien verlaufen entlang der Wiener Flüsse. Eine Wienzeile führt von Niederösterreich durch Wien und mündet am legendären Naschmarkt, wo sich das urbane Leben Wiens widerspiegelt. Er ist ein beliebtes Ziel für Einheimische mit einer Wiener Umlandküche – wofür der Zähringerplatz im Zürcher Niederdorf prädestiniert war.

Innovative Fusion-Gerichte

«Ich möchte als Gast kulinarisch verwöhnt und unterhalten werden», beschreibt Christian seinen Anspruch. Seine moderne Interpretation der österreichischen Küche vergleicht er mit einem Parfüm: «Die Kopfnote ist immer 100 Prozent Österreich, alles was rundherum kommt, darf irgendetwas sein. Doch darf es die Kopfnote nicht übertünchen.» Diese Philosophie zeigt sich in Kreationen wie dem Backhendl-Sushi oder den «Wiener falschen Austern» – innovative Fusion-Gerichte, die traditionelle österreichische Elemente mit internationalen Einflüssen verbinden. Selbst Klassiker wie das Wiener Schnitzel werden mit wissenschaftlicher Präzision zubereitet: «Alleine für das Wiener Schnitzel haben wir in allen Küchen einen einzigen Mitarbeiter, der nichts anderes macht als sich um dieses Gericht zu kümmern», verrät der Gastronom.

Besonders stolz ist Christian auf die «Unplugged Sessions», bei denen Sterne- und Haubenköche aus Österreich eingeladen werden, ihre Version der österreichischen Küche zu präsentieren. «Wichtig ist uns hierbei immer, dass es erschwinglich bleibt», betont er. Diese Verbindung von Hochkultur und Zugänglichkeit charakterisiert das gesamte Konzept. Die Inspiration für neue Gerichte holt sich das Team regelmässig in Wien: «Sicher alle 3 Monate» besuchen Christian und Nicole die österreichische Hauptstadt, um neue Trends aufzuspüren.

Mit der Marke «Der wilde Kaiser» streben Christian und Nicole weit über die Kantonsgrenzen hinaus. «Man soll uns kennen. Wir sind eine Institution für neuzeitlichen, österreichischen Kulinarik-Genuss, gepaart mit einer herzlichen österreichischen Servicekultur und der ungezwungenen Liebe zum Detail», beschreibt er seine Mission. Mit diesem Ansatz scheint «Der wilde Kaiser» auf dem besten Weg, die Schweizer Gastroszene nachhaltig zu prägen.


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