Insiders Liebling: Die Sieger der Silvaner Trophy 2026
Der deutsche Wein – das ist Riesling, Riesling, nochmal Riesling und vielleicht noch etwas Burgunder. Aber war da nicht noch was? Richtig: Der Silvaner spielt sich immer stärker in die erste Liga.
Die Geschichte des Silvaners ist die eines Imagewandels. Noch bis in die 1960er-Jahre führte die Sorte Deutschlands Flächenstatistik an. In vielen Regionen – inklusive Pfalz und Rheinhessen – war er Brot- und Butterwein: reichtragend und wohlfeil, gutmütig – und allseits beliebt.
Im Lauf der 1960er und 1970er-Jahre löste dann der blumigere Müller-Thurgau den braveren Silvaner als Literware ab – und dessen Ertragsfläche fiel von einstmals über 20.000 Hektar bis zum heutigen Wert von etwa 4.200 Hektar. Nur in Franken blieb der Anbau stabil – so schärfte das Anbaugebiet sein Profil als Deutschlands Silvaner-Region Nummer 1. Zudem machten Frankens Winzer vor, wie der Silvaner zum ausdrucksstarken Terroir-Wein wird, wenn man ihn auf hochwertigen Böden mit weinbaulicher Akribie bewirtschaftet.
So ist es kein Wunder, dass Franken auch unsere Silvaner-Trophy dominiert hat: Mit Richard Östreicher konnte der amtierende Falstaff Winzer des Jahres die beiden ersten Plätze in der Auswertung der jüngeren Jahrgänge belegen. Seine Silvaner 2023 »Augustbaum« und 2024 »Maria im Weingarten« stehen exemplarisch für den von handwerklicher Akkuratesse geprägten Hausstil – und auch dafür, welche komplexe und dabei niemals aufdringliche Kraft Silvaner erringen können.
Rainer Sauers »am Lumpen« GG aus 2024 komplettiert das fränkische Sieger-Trio, gefolgt von weiteren Klassikern: dem »L« aus demselben Weingut, dem »am Lumpen« GG von Horst Sauer und der Stein-Harfe aus dem Bürgerspital.
Bei den gereifteren Weinen (2021 und älter) trug Horst Sauers spannungsreicher 2019er den Sieg davon, vor zwei punkte-gleichen Weinen: dem im Qvevri vergorenen und gelagerten, stoffigen, geradezu jugendlichen 2015er von Manfred Rothe aus Nordheim am Main und dem 2020er Harxheimer Lieth aus dem rheinhessischen Weingut Werther-Windisch.
Außer Franken und Rheinhessen schrieben sich auch die Pfalz, Baden und Saale-Unstrut in unsere Silvaner-Ehrentafel ein. Insider wissen es: Deutschlands Silvaner haben es in sich!
Top 3 Silvaner – 2025 bis 2022
Sortenprofil
Silvaner
Der Name »Silvaner« schreibt der Rebsorte eine Herkunft aus dem »Wald« (»silva«) zu, gesichert ist, dass am 6. April 1659 Stöcke aus Österreich nach Castell kamen. Noch im 19. Jahrhundert war der Name »Österreicher« für den Silvaner gebräuchlich. Genanalysen bestätigen diese Herkunft: Die Elternsorten sind der weiße Traminer und eine früher im Wiener Raum verbreitete Traube namens »Österreichisch Weiß«.
Weinbau & Weintyp
Der Silvaner ist winterfrostempfindlich und sensibel gegen Mehltau und Botrytis. Er bevorzugt tiefgründige Böden mit gutem Wasserhaltevermögen und gibt bei begrenztem Ertrag die Geologie gut sensorisch wieder. Das Reifevermögen auf der Flasche wird oft unterschätzt.