Restaurant der Woche: »Buddels«
In einem der ältesten Häuser Hamburgs serviert das »Buddels« kreative Küche mit hanseatischem Charme – doch auch Weinliebhaber werden bei Flammkuchen oder regionaler Wurst- und Käseauswahl fündig.
Die Deichstraße zwischen Zentrum und HafenCity gehört zu den schönsten Ecken Hamburgs. In den historischen Althamburger Bürgerhäusern reihen sich auf kurzer Strecke zahlreiche empfehlenswerte Restaurants aneinander. Eines davon ist das »Buddels« – schon allein wegen der Architektur seines Hauses aus dem Jahr 1686 einen Besuch wert. Dort findet sich die einzige, über zwei Geschosse reichende Diele Hamburgs: ein beeindruckendes Relikt aus der großen Handelszeit der Hansestadt. Im prächtigen Inneren mit kunstvoll gearbeiteter Holzdecke nimmt man auf rustikalen Bänken an blanken Holztischen Platz.
Zum Auftakt gibt es kräftig gebackenes Brot und eine »Ei³«-Variation: In drei Eierschalen findet sich jeweils ein sanft gegartes Ei, verfeinert mit Sherryrahm, Paprikaschaum und Schnittlauchemulsion. Bodenständig und herzhaft: das geschichtete Gratin aus hauchdünnen Kartoffelscheiben. Ein kräftiger Käseschaum und knackiger Wildkräutersalat sorgen für üppige Cremigkeit und frische Kontraste. Das gut gegarte Lamm mit Selleriepüree, Spinat und Tomate überzeugt in seiner Grundidee, doch es fehlt an Würze, angesichts der hohen Fleischqualität umso bedauerlicher.
Zum Abschluss gibt es ein fantastisches Eis aus Banane und brauner Butter. Der darunter liegende, etwas kompakt geratene Blondie mit Himbeere wäre da gut verfechtbar. Viele Gäste belassen es hier gern bei Flammkuchen oder einer regionalen Wurst- und Käseauswahl – unkomplizierte Begleiter zum Wein. Denn auf der rund 20 Seiten starken Karte mit deutschem Schwerpunkt gibt es zahlreiche Entdeckungen zu machen.