Restaurant der Woche: »Criss Studio«
Im »Criss Studio« vereinen zwei Köche ihre gegensätzlichen kulinarischen Wurzeln – aus Polen und Jamaika – zu überraschenden Harmonien.
Die Suppe – ein Traum. Spargelspitzen schwimmen darin, knackig und leicht bitter. Was das Wow-Erlebnis aber ausmacht: Sie sind Beilage einer geschmacksdichten Kokosmilchsuppe, die nur ganz leicht nach Kokosnuss schmeckt, dafür frisch-zitronig nach Limette und angenehm scharf durch einen Hauch Chili. Ein Überraschungsmoment, mit dem das zwölfgängige Menü im »Criss Studio« startet. Und es werden weitere folgen. Überraschend, weil keine Menükarte verrät, was gleich auf den Tisch kommt.
Auch die weiteren Gänge offenbaren eine Fusion aus zwei Welten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Der Pole Mateusz A. Zurek und Jahmarley Grant mit jamaikanischen Wurzeln vereinen die Genussidentitäten ihrer Heimatländer in ungeahnter Harmonie. Vier kalte Starter folgen der Suppe. Etwa eine leicht süßliche, mit Creme gefüllte Waffelrolle, belegt mit Seesternarmen. Oder ein mild geräuchertes Tatar aus Dry-aged-Entenbrust mit aufgeschlagenem, würzigem Entenei. Oder ein Donut, gekrönt von einem blau gefärbten Wachtelei und Kaviar. Zurek und Grant lassen ihren Gästen freie Fantasie beim Erraten ihrer Kreationen – erst nach dem Essen wird aufgelöst, was genau serviert wurde.
Beim ersten Hauptgang, einer Art Congee mit frischen und getrockneten Erbsen in einer mit Rosenblättern und Minze aromatisierten Rinderbrühe, ist das noch relativ leicht. Beim zweiten Gang wächst die Verwirrung: Auf dem Teller liegt ein Minihummer – reine Dekoration. Der rohe Kaisergranat lässt sich noch identifizieren. Doch das weiß-rosa Etwas unter der vielschichtigen Sauce bleibt rätselhaft. Die Auflösung: ein speziell präpariertes Stück Hase.
20357 Hamburg
Deutschland