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Restaurant der Woche: »Osteria due«

Restaurant der Woche Deutschland
Kritik
Restaurant
Hamburg

Kein Platz mehr für Experimente: Die legendäre »Osteria due« im Hamburger »The Fontenay« ist zurück – mit altem Team und neuem Anspruch. Doch reicht Tradition allein für ein großes Comeback?

Als die legendäre »Osteria due« vor einigen Jahren abgerissen wurde, ­lebte ihr Konzept in der »Osteria da Francesco« weiter – mit Gastgeber Francesco Delvecchio und Küchenchef Jochen Kempf. Doch als auch dieser Betrieb im vergangenen Jahr über Nacht schloss (offiziell wegen Personalmangels), ging alles schnell: Das Luxushotel »The Fontenay« entschied kurzerhand, das Restaurant unter dem ursprünglichen Namen im eigenen Haus fortzuführen – erneut mit Delvecchio und Kempf. Das Motto ist klar: keine Experimente. Weder bei der Speisekarte noch bei der Musik.

Nun aber zum Eigentlichen – dem Dinner: Unter »gebratenen Gamberetti mit Orangen-Fenchel-Salat und Bergamotte« darf man durchaus eine kleine Garnelen-Auswahl erwarten. Tatsächlich sind es nur zwei – makellos gebraten, aber eben zwei. Dazu: etwas Fenchelsalat, zwei Rucolablätter, zwei Orangenfilets und ein paar Tupfer Mayonnaise. Die Bergamotte? Vermutlich vorhanden, geschmeckt hat man sie nicht. Die hauchdünne Pizzetta mit Trüffelsalami und Mozzarella macht dagegen richtig ­Freude. Auch die Krustentiercremesuppe überzeugt: aromatisch dicht, mit knackigen Garnelenstücken.

Die Spaghetti Carbonara hingegen enttäuschen. Statt Guanciale kommt Pancetta zum Einsatz, das typische Aroma fehlt. Zum Glück liefern die Kalbs­leberscheiben genau das, was man sich wünscht: kräftig gebraten, innen perfekt rosa, dazu fluffiges Püree, aromatische ­Salbeibutter und süß geschmorte Tropea-Zwiebeln mit Sultaninen. Wenn die Schwächen ausgebügelt werden, könnte die ­Osteria auch an ihrem neuen Standort ­wieder zur Institution werden.

Bewertung

Essen 41 von 50
Service 19 von 20
Weinkarte 17 von 20
Ambiente 9 von 10
GESAMT 86 von 100

Francesco Delvecchio und Jochen Kempf sind ins Luxushotel gezogen. Dort präsentieren sie feinste italienische Küche: Das Carpaccio ist exzellent, die Ravioli sind handgefertigt...
Fontenay 10
20354 Hamburg
Deutschland

Erschienen in
Falstaff Magazin Deutschland Nr. 5/2025

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Benjamin Cordes
Benjamin Cordes
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