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Restaurant der Woche: Schlosshotel Münchhausen

Restaurant der Woche Deutschland
Restaurant
Kritik

Nicht nur das Ambiente rund um das Schloss in Aerzen bei Hameln hat Wörter der Superlative verdient, sondern auch die Küche, in der Sternekoch Achim Schwekendiek seine Gerichte zaubert.

Superlative sind gefährlich – hier drängen sie sich auf: Das Schlosshotel Münchhausen zählt zu den schönsten Landhotels Deutschlands, wenn es nicht gar das schönste ist. Ein mächtiger dreiflügeliger Weserrenaissance-Bau in einem traumhaft schönen Park – dem ersten »English Garden« des Kontinents – mit hundertjährigen Bäumen, die sich in den Wasserflächen der »Gräfte« spiegeln. Als sich die Textilunternehmerin Ulla Popken 2002 der Aufgabe stellte, die von Brandspuren gezeichnete Ruine wieder aufzuputzen, suchte sie für ihr prachtvoll im eklektischen Mix aus Louis XVI. und Empire dekoriertes Restaurant einen passenden Chef. Sie fand ihn im Sternekoch Achim Schwekendiek, einem Gründer der »Jungen Wilden« – und hatte keine Probleme damit, ihn in die verträumten Hügel des Weserberglandes zu locken. »Ich bin vier Kilometer von hier aufgewachsen. Und hatte schon als Kind davon geträumt, in diesem Schloss zu arbeiten«, sagt er. Die Idealbesetzung verteidigt seinen Stern seit mehr als zwanzig Jahren.

Dessertkreation mit Grapefruit, Bergamotte, Joghurt und Pecannuss.
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Dessertkreation mit Grapefruit, Bergamotte, Joghurt und Pecannuss.

Im Einheitsbrei pseudomodernistischer Cuisinerei hebt sich sein Stil hervor, der modern die französische Klassik interpretiert. Immer wieder rundet er sie mit japanischen Randnotizen witzig und wohltuend ab. 
Seine zwölfgängigen Amuse-Bouche-Menüs – es darf gern daraus ein Wunsch-Menü gestaltet werden – glänzen mit bestem Material: taufrischer großer Kaisergranat mit Shiso, Avocado und Shii-Take, sorgsam bei niedriger Temperatur in der Pfanne (!) gegarte Brust von weißer Challans-Ente mit etwas orientalisch abgeschmecktem Rotkohl, eingelegter Zitrone und Rauchmandel. Erfrischend das Dessert mit Grapefruit, Bergamotte, Joghurt und Pecanuss. Und fast schon wieder ein Superlativ: die Weinbegleitung der jungen Sommelière Britta Minder.

Bewertung

Essen: 46 von 50
Service: 18 von 20
Weinkarte: 17 von 20
Ambiente: 10 von 10
Gesamt: 91 von 100

Schlosshotel Münchhausen
Schwöbber 9
31855 Aerzen
T: +49 5154 70600
www.schlosshotel-muenchhausen.com

Aus Falstaff Deutschland Nr. 03/2017

Jan Brinkmann
Autor
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