Restaurant der Woche: »Stubn«
Nach einem einstündigen Aufstieg zu Fuß wird man im Restaurant »Stubn« mit handwerklich erzeugten Produkten aus der Umgebung belohnt.
Die »Frasdorfer Hütte« war schon immer mehr ein Gemeinschaftsort als eine einfache Almwirtschaft. Seit letztem Jahr ist sie allerdings kaum wiederzuerkennen. Wer den einstündigen Aufstieg zu Fuß meistert, wird mit doppeltem Appetit belohnt. Gute Basis für ein Fünf-Gang-Menü, das Max Müller, Ex-Souschef des Berliner Restaurants »Nobelhart & Schmutzig«, fast ausschließlich mit handwerklich erzeugten Produkten aus der Umgebung stemmt.
Bewusst hat der aus dem Berchtesgadener Land stammende Koch den auf ein Klemmbrett gesteckten Speisezettel klein gehalten, nur um dann doch das ein oder andere zusätzliche Gericht, auch für à la carte, aus dem Hut zu ziehen. Der mit Eigelb und Topfen gefüllte, in einem ultrakonzentrierten Selleriesud schwimmende Raviolo ist so ein »Zuckerl«: salzig, erdig, würzig, dann aber durch den säuerlichen Quark auch von verblüffender Frische. Das Tatar mit kleinen Tupfen aus Eigelb, Zwiebeln, Bröselcrunch und geräuchertem Sauerrahm hat Sterneniveau. Dazu schmeckt das krustenknusprige Sauerteigbrot von Evi Angelbauer.
Sämtliche Lieferanten werden auf einer Extraseite prominent ins Licht gerückt. Unbemerkt geblieben ist das alles nicht, Gastraum, Terrasse sowie das mit elf neu gestalteten Zimmern bestückte Obergeschoss sind oft mehr als gut gefüllt. Und doch kommt man in der von Falstaff als »Eröffnung des Jahres« ausgezeichneten »Stubn« wunderbar zur Ruhe, bedingt allein schon durch die exponierte Lage auf einem Hochplateau inmitten der Chiemgauer Alpen, dazu eine außergewöhnliche Weinkarte und das Wohlgefühl, das beim Verzehr der teils über offenem Feuer zubereiteten Speisen einsetzt.
INFO
Stubn in der Frasdorfer Hütte
Zellboden 2
83112 Frasdorf
stubn.co