Das Bündner Terroir bringt einige der grössten Chardonnays der Schweiz hervor.

Das Bündner Terroir bringt einige der grössten Chardonnays der Schweiz hervor.
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Weisse Eleganz: Die Sieger der Chardonnay Trophy 2024

Chardonnay
Schweiz
Auszeichnung
Tasting
Verkostung

Chardonnay ist eine Rebsorte von Weltruf und bringt auch in der Schweiz grossartige Weissweine hervor. Vor allem dann, wenn sie ihr Terroir transportieren kann, wie es bei den Topweinen der Falstaff Chardonnay Trophy 2024 der Fall ist.

Nur wenige andere weisse ­Rebsorten üben eine derartige Faszination auf Weinlieb­haber und Winzer aus wie ­Chardonnay. Weltweit sind mit der ­Sorte, die ursprünglich aus dem Burgund stammt, rund 200.000 Hektar bepflanzt. Etwa 400 davon befinden sich in der Schweiz, womit Chardonnay Platz drei unter den meistangebauten weissen Rebsorten hierzulande einnimmt – hinter Chasselas und Müller-Thurgau. Qualitativ gesehen wäre es vermutlich Platz eins.

Das verdeut­lichen auch die hervorragenden Ergebnisse der diesjährigen Falstaff Chardonnay ­Trophy, die zeigen, was für grossartige Weine die Burgundersorte hierzulande hervorbringen kann. Und das zu durchaus vernünftigen Preisen im Vergleich zum Herkunftsgebiet der Sorte. Längst kein Geheimnis mehr ist, dass die Bedingungen in Graubünden der Sorte äusserst zuträglich sind. So verwundert es auch nicht, dass in diesem Jahr drei ­Bündner Gewächse auf den vordersten Rängen landeten. Darunter zwei Tropfen, die bei den Falstaff-Degustationen regelmässig hervor­ragend abgeschnitten haben, und ein neues Gewächs, das zum ersten Mal angestellt wurde. Wer diese Weine noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen, denn wie wir alle wissen, sind die Mengen in der Schweiz gering.

Platz eins geht in diesem Jahr an den Chardonnay Frassa von ­Wegelin, einen Wein, der uns immer wieder beeindruckt. Das Gewächs von Rafael Hug und Mathilde Hug Pédeutour glänzt auch 2022 durch Kargheit, Mineralität, Würzigkeit und unglaubliche Länge, was ihm satte 96 Punkte einbrachte. Auf dem Platz dahinter landete mit nur einem Punkt weniger der Fläscher Chardonnay 2022 von Christian Hermann. Ein Wein, der uns ebenso immer wieder begeistert und mit Filigranität und Frische glänzt. Würzig und stoffig hingegen begegnete uns der neue Chardonnay ­Bothmarhalde von Wegelin, der es auf den dritten Rang schaffte. Ein Gewächs, das die Lage, in der es gedeiht, ohne Umschweife erkennen lässt und wie die anderen ­Siegerweine ­verdeutlicht, wie grossartig ­Chardonnay hierzulande sein kann.

Klare, komplexe Nase mit Noten von Zitrusfrüchten, grünem Tee, Fenchelsaat und gelbem Obst. Dazu mineralische Anklänge und kräutrig-würzige Nuancen. Am Gaumen filigran und klar, mit lebendiger Säure, zupackender salziger Mineralität und unendlich langem Finale.
Churer Rheintal , Schweiz
Betont zitrisch in der Nase. Zudem Noten von Oolong-Tee, tropischen Früchten und heimischem Kernobst. Dazu kräutrig-würzige Anklänge. Am Gaumen frisch und filigran, schöne Säure, herbe Zitrusfrucht, etwas Pfirsch, langer, salzig-mineralischer Abgang.
Fläsch, Schweiz
Betont würzig-balsamisches Bouquet. Dazu dezente Zitrusnoten, etwas Pfirsich und Ananas. Am Gaumen stoffig, würzig, schöne Säure, intensive salzige Mineralitiät, lange anhaltend.
Schweiz

Sortenprofil


Chardonnay

Mit rund 200.000 Hektar Anbaufläche ist Chardonnay eine der am meisten angebauten Rebsorten weltweit. Die Rebsorte stammt ursprünglich aus dem Burgund und entstand durch natürliche Kreuzung der beiden Sorten Gouais Blanc und Pinot. Ihren Namen, der sich auf die kleine Gemeinde Chardonnay bezieht, erhielt die Sorte 1872 bei der ­Weinbauausstellung in Lyon.

Aromenspektrum

Häufige Chardonnay-Aromen sind Honigmelone, Birne oder leicht grüner Apfel. Aber auch Zitrusfrüchte oder exotische Früchte wie Ananas oder Papaya sind typisch für die Sorte.


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Dominik Vombach
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