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Wenn Weintrauben zum Neujahrsritual werden

Obst
Silvester
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Zwölf Glockenschläge, zwölf Weintrauben – ein fester Brauch zu Silvester soll besonders viel Glück bringen.

Manche Bräuche sind eher symbolisch, andere ziemlich laut – und einige sogar kulinarisch. Zwischen all den Traditionen sticht jedoch ein ganz besonderes Ritual hervor, das seinen Ursprung in Spanien hat und zum Jahreswechsel immer mehr Fans findet. Wer im kommenden Jahr viel Glück haben möchte, isst zu jedem der zwölf Glockenschläge um Mitternacht eine Weintraube – und das möglichst innerhalb von nur 36 Sekunden, während der Silvestercountdown läuft. Wer alle zwölf Trauben schafft, dem steht ein erfolgreiches Jahr bevor.

Laut Überlieferungen geht die Tradition bis auf das 19. Jahrhundert zurück. Damals trank die spanische Oberschicht während des Silvesterdinners Champagner und aß Weintrauben. Eine Gruppe Bürger:innen in Madrid nahm dies zum Anlass, die Angewohnheit humorvoll zu übertreiben: Sie versammelten sich zur Puerta del Sol und aßen beim Glockenspiel alle zwölf Trauben – so entstand das Ritual, das heute Millionen Menschen weltweit zum Jahreswechsel feiern.

Eine Traube pro Glockenschlag

Inzwischen ist das Ritual längst mehr als nur ein kurioser Brauch. Auf Social Media hat sich daraus eine regelrechte Challenge entwickelt, die kurz vor dem Jahreswechsel jedes Jahr die Feeds füllt. Immer mehr Menschen teilen dort ihre Erfahrungen – und berichten, dass sie beim letzten Silvester noch Single waren, die Trauben aßen und heute glücklich vergeben sind. Die Tradition ist allerdings mit Vorsicht zu genießen: Wer zu hastig isst, riskiert sich zu verschlucken. Besonders Kinder sollten beim Mitmachen vorsichtig sein. Ein echter Beweis, dass Weintrauben Liebesglück oder generell Erfolg bringen, existiert natürlich nicht – trotzdem klingt die Idee einfach zu romantisch, um sie nicht auszuprobieren.


 

Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
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